Seit dem 31. Dezember 2025verzaubert die Neuinszenierung von Cinderella das Publikum in Oberhausen. Ich war letzten Samstag mit Tim vor Ort, um zu prüfen, ob der Glanz auch hält, wenn man im Rollstuhl unterwegs ist.
Seit dem 31. Dezember 2025verzaubert die Neuinszenierung von Cinderella das Publikum in Oberhausen. Ich war letzten Samstag mit Tim vor Ort, um zu prüfen, ob der Glanz auch hält, wenn man im Rollstuhl unterwegs ist.
Aschenputtel war gestern – jetzt kommt Aschen-Ella!
Diese moderne Interpretation des bekannten Märchens zeigt Cinderella von einer ganz neuen Seite. Aschen-Ella ist keine stille Leidtragende, die nur auf die Rettung durch den Prinzen hofft, sondern eine selbstbewusste junge Frau, die ihr Schicksal aktiv in die Hand nimmt. Die bekannte Grundgeschichte bleibt erhalten: Ein Mädchen verliert früh seine Mutter, wächst mit einer tyrannischen Stiefmutter und zwei überheblichen Stiefschwestern auf. Doch diesmal steht klar Empowerment und Eigeninitiative im Mittelpunkt. Unterstützt wird Ella dabei von einem ganz besonderen Freund.
Die Handlung setzt bereits in Ellas Kindheit ein. Nach dem Tod ihrer Mutter und der langen Abwesenheit ihres Vaters, der auf den Weltmeeren unterwegs ist, bleibt sie bei ihrer Stiefmutter zurück. Diese macht ihr gemeinsam mit den beiden Stiefschwestern das Leben schwer – herablassend, anstrengend und alles andere als liebevoll.
Schon als Kind begegnet Ella dem Prinzen, dem sie später noch ordentlich den Kopf verdrehen wird. Mithilfe der guten Fee gelingt es ihr schließlich auch in dieser Version, den Ball zu besuchen. Und ja – auch hier gilt: Um Mitternacht ist alles vorbei.
Natürlich darf ein Happy End nicht fehlen. Mit einer Spielzeit von rund zwei Stunden bietet diese moderne Märchenfassung beste Unterhaltung und eine erfrischend neue Sicht auf eine altbekannte Geschichte.
Auf der Website findet man einige Informationen zum Thema Barrierefreiheit.
Dort findet man auch den Hinweis zum Buchen der Tickets:
Eine Buchung für Rollstuhlfahrende und Menschen mit Behinderung (Schwerbehinderung) inkl. Begleitung ist über jede CTS-Vorverkaufsstelle, sowie über die Eventim-Hotline unter der Telefonnummer 0421 353 638 möglich, soweit freie Kontingente bestehen.
Auch hier ist ein Versand per Ticketdirect möglich, wenn Plätze verfügbar sind.
Unsere Erfahrung – Das Eventim Problem:
Wir hatten netterweise Pressekarten und wollten trotzdem wissen, wie es ist, wenn man regulär bucht. Deshalb haben wir die Hotline angerufen. Wir wurden gebeten, direkt beim Theater anzurufen. Die haben uns dann an eine andere Tickethotline von Eventim verwiesen. Hier konnte man uns helfen, jedoch gehen die Tickets immer per Post raus und das bedeutet, dass man nicht für den gleichen oder folgenden Tag buchen kann. Zusätzlich kostet die Expresszustellung der Tickets 9,90€ Versandgebühren.
Der Rollstuhlplatz kostet 69€ und die Begleitung ist frei. Eine weitere Begleitung benötigt dann ein reguläres Ticket. Für unsere Testanfrage für übermorgen) gab es keine verfügbaren Plätze für weitere Begleiter direkt in der Nähe. Nummer der Tickethotline (0,20€ Gebühren) +49180/6570070.
Das Theater hat einen eigenen Parkplatz. Hier findet man 120 kostenfreie Parkplätze und 6 Behindertenparkplätze. Diese befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang.
Das Westfield CentrO bietet ebenfalls viele Parkplätze. Hier wird das Parkhaus 5 empfohlen. Auch diese Parkplätze sind kostenlos.
Mit Bus oder Bahn fährt man am besten zur Haltestelle „Neue Mitte CentrO“. Man ist direkt am Einkaufszentrum und kann auch gut vorher noch etwas essen gehen. Der Fußweg zum Theater sind ca. 15 Minuten.
Das Theater direkt am Westfield Centro ist vollständig barrierefrei zugänglich. Vom Foyer aus sind sowohl die Bar als auch die zwei Behindertentoiletten problemlos erreichbar.
Für diese Produktion stehen insgesamt vier Rollstuhlplätze zur Verfügung. Sie befinden sich im Parkett links, jeweils am Rand der Reihen 4 bis 7. Die Begleitperson sitzt direkt rechts daneben und erhält freien Eintritt. Zusätzliche Sitzplätze können – je nach Verfügbarkeit – zum regulären Preis hinzugebucht werden.
Wer den Theaterabend besonders genießen möchte, kann sich für die VIP-Loge entscheiden. Diese bietet hervorragende Sicht sowie kostenfreie Getränke und Snacks; in der Pause wird sogar eine kleine Speise serviert. Aktuell ist die VIP-Loge noch nicht rollstuhlgerecht, allerdings prüft das Theater derzeit entsprechende Möglichkeiten. Vielleicht ist sie also künftig auch barrierefrei nutzbar – wir werden das auf jeden Fall testen und berichten.
Bei dieser Produktion gab es nicht viel Merchandising. Das Begleitheft zum Musical und die CD waren verfügbar. Es gibt hier zwar keine barrierefreie Kasse, aber das Personal ist sehr zuvorkommend und man kann seitlich an den Tresen ranfahren.
Snacks wie Laugenbrezel, Nüsse oder Chips erhält man ebenso wie Getränke an der Theke im Erdgeschoss. Wer etwas für die Pause vorbestellen möchte, muss dies allerdings an der Bar in der ersten Etage machen. Neben den Treppen gibt es auch einen Fahrstuhl. In der Pause wird dann in einem Bereich ein Tisch reserviert, auf dem die bestellten Snacks oder Getränke dann bereitstehen. So verliert man keine Zeit in der Pause.
Für ein besseres Klangerlebnis wird das Sennheiser Mobile Connect System eingesetzt. Dies ermöglicht Menschen mit Hörbehinderung ein besseres Audioerlebnis.
Die bekannte Geschichte wurde in dieser Musicalfassung durch eine ausführliche Vorgeschichte sinnvoll erweitert. Besonders die liebevoll gestalteten Bühnenbilder sowie die aufwendigen Kostüme konnten überzeugen. Die Handlung bleibt schlüssig und unterhaltsam, wobei vor allem die beiden Stiefschwestern für viele humorvolle Momente sorgen – auch wenn sie gelegentlich bewusst etwas „anstrengend“ wirken.
Eine schöne Idee ist die Szene, in der sich Ella und der Prinz bereits als Kinder begegnen. Vom Gesang der jungen Ella waren wir allerdings etwas enttäuscht. Möglicherweise lag dies an der Akustik, die an diesem Abend nicht immer optimal war.
Insgesamt war es ein sehr unterhaltsamer Abend für die ganze Familie. Viele Kinder waren im Publikum und sichtlich begeistert. Besonders charmant war der Eisverkäufer, der vor Beginn der Vorstellung und in der Pause Eis anbot – fast wie früher im Kino. Da konnten wir natürlich nicht widerstehen.
Auch musikalisch hatte das Stück einiges zu bieten: Komponist Ephraim Peise steuerte insgesamt 21 Songs bei, die eine gelungene Mischung aus schwungvollen Nummern und romantischen Klängen darstellen.
Unterm Strich hatten wir einen rundum schönen Abend. Für Musicalfans ist „Cinderella“ definitiv ein lohnenswertes Erlebnis.
Der Zugang zum Theater ist barrierefrei möglich, zudem stehen zwei Behindertentoiletten zur Verfügung. Diese sind nicht mit einem Euro-WC-Schlüssel ausgestattet, sodass sie auch von Menschen genutzt werden, die nicht zwingend darauf angewiesen sind. Positiv hervorzuheben ist, dass die Toiletten sehr sauber sind und ausreichend Platz bieten.
Getränke und Snacks können problemlos erworben werden. Auch der Zugang zum Theatersaal ist barrierefrei gestaltet. Ein Aufzug ermöglicht es, in der Pause den Sitzbereich im oberen Stockwerk zu erreichen. Der Aufzug ist groß genug, um auch mit einem Rollstuhl bequem genutzt zu werden.
Die Rollstuhlplätze im Theatersaal sind bei dieser Produktion allerdings nicht optimal. Sie befinden sich sehr weit außen am Rand, wodurch die Sicht auf das Bühnenbild teilweise eingeschränkt ist. Menschen mit einem eingeschränkten Sichtfeld sollten daher, wenn möglich, einen weiter hinten gelegenen Platz wählen.
Wer noch ein paar Schritte laufen kann, hat die Möglichkeit, den Rollstuhl am Rand abzustellen und den Sitzplatz zu Fuß zu erreichen.
Für den Ton habe ich mein iPhone mit dem Sennheiser Mobile Connect System verbunden. Über die kostenfreie App konnte ich den Sound direkt über meine Kopfhörer hören und individuelle Einstellungen vornehmen, etwa bei Lautstärke und Klangfarbe. Leider kam es dabei zu einer leichten Verzögerung sowie vereinzelt zu Tonaussetzern und Störungen im WLAN.