Derzeit ist bei den gefiederten Bewohnern der Wilhelma in Stuttgart Zuwachs angesagt: In der Vogelfreifluganlage und in einigen Außenvolieren gibt es schon Nachwuchs, andere Vogeleltern wie die Kraniche oder die Flamingos brüten noch. Bereits beobachten können die Besucher*innen beispielsweise die fünf jungen Fuchslöffelenten, die hinter ihrer Mutter herschwimmen und auf der Suche nach Futter den Kopf ins Wasser stecken. Löffelenten haben ihren Namen von ihren breiten, löffelartigen Schnäbeln, die seitliche kammartige Lamellen besitzt. So können sie beim Gründeln das Wasser durchsieben und Algen, Wasserpflanzen und Kleinstlebewesen ausfiltern.
Wie so oft in der Tierwelt schmücken sich auch bei den Fuchslöffelenten die Männer mit auffälligem Federkleid, während die weiblichen Tiere bescheidener daherkommen. Sie haben einen hellen Kopf und dunkle Federn mit hellem Rand, während die Erpel ein hübsches rotbraunes Gefieder besitzen, das mit kleinen schwarzen Tupfen übersät ist.
Löffelenten sind auf der ganzen Welt verbreitet. Die Fuchslöffelente ist die zierlichste Vertreterin ihrer Gattung und stammt aus Südamerika, wo sie vor allem die Küstenregionen Argentiniens bis hinunter nach Feuerland besiedelt. Auch auf den Falklandinseln gibt es einige Brutpaare. Während sie in ihrer Heimat von September bis November brüten, sitzen die Fuchslöffelenten im Zoologisch- Botanischen Garten Stuttgart im April und Mai auf ihren Eiern: Sie haben ihre Lebensweise an die „umgedrehten“ Jahreszeiten der Nordhalbkugel angepasst.
In der übernetzten, begehbaren Vogelfreifluganlage direkt hinter dem Haupteingang der Wilhelma, an der Damaszenerhalle, am Langen See und in den Volieren sind mehr als 200 Vogelarten von allen Kontinenten der Erde zu sehen – insgesamt leben hier über 1000 Vögel.
Einzig die Brillenpinguine, die aus Südafrika und damit wie die Fuchslöffelenten von der Südhalbkugel stammen, machen beim derzeitigen Vogel-Nachwuchsreigen nicht mit: Sie folgen dem Fortpflanzungsrhythmus ihres natürlichen Lebensraums und brüten erst ab Oktober, obwohl die Wilhelma-Pinguine allesamt in europäischen Zoos aus dem Ei geschlüpft sind.
