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SightCity 2026: Innovationen für mehr Barrierefreiheit im Blick

Werbung - Dieser Beitrag wurde unterstützt
Aktualisiert am: 02.Juni 2026
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Die SightCity in Frankfurt (27. bis 29. Mai 2026 im Kap Europa) ist die weltweit größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mit rund 150 internationalen Ausstellern und ca. 7.500 Besuchern an drei Tagen zeigt sie geballte Innovationskraft. Tim und ich haben uns vor Ort umgesehen. Hier sind unsere wichtigsten Erkenntnisse, Praxistipps und potenziellen neuen Partnerschaften.

SightCity 2026: Innovationen für mehr Barrierefreiheit im Blick

Anreise & Parken am Kap Europa

Die Anreise aus dem Raum Köln/Langenfeld dauert rund zwei Stunden. Wer mit dem Auto kommt, braucht beim Parken eine gute Strategie:

  • Seitenstraßen: Mit etwas Glück lässt sich ein freier Behindertenparkplatz in der direkten Umgebung finden.

  • Die verlässliche Alternative: Direkt nebenan bietet das Shoppingcenter Skyline Plaza (Europa-Allee 6) ein großes Parkhaus mit rund 2.400 Stellplätzen und barrierefreien Parkmöglichkeiten. Von dort sind es nur wenige Gehminuten zum Haupteingang.

Wir gehen durch das Einkaufszentrum und ich treffe auf Joan und Johan aus Wolfsburg. Ich frage, ob was sie genau suchen und sie stehen in der 2. Etage des Einkaufscenters und wollen, wie wir auch, zur Messe. Also nehmen wir sie mit und unterhalten uns sehr gut. Vielen Dank an dieser Stelle für den tollen Austausch und das gemeinsame Foto

Unsere Messe-Highlights & Entdeckungen

Der Rundgang durch die Messehallen hat einmal mehr gezeigt, wie vielseitig und dynamisch sich der Markt für barrierefreie Lösungen entwickelt. Von hochtechnologischen Wearables über clevere Alltagshelfer bis hin zu wegweisenden Konzepten für den öffentlichen Raum – die Bandbreite an Innovationen war beeindruckend. Für unsere Beratungspraxis konnten wir eine Fülle an frischen Impulsen, praxisnahen Ideen und wertvollen neuen Kontakten mitnehmen. Die folgenden Entdeckungen haben uns an diesem Messetag besonders begeistert und zeigen, wo die Reise in Sachen gelebter Inklusion hingeht:

1. Tami – Sichere Mobilität durch Vibration

Dieses System setzt auf haptisches Feedback zur Orientierung im Raum: Eine spezielle Brille erfasst Annäherungen an Hindernisse und signalisiert diese durch Vibrationen an der linken oder rechten Seite.

Unser Fazit: Ein starker Ansatz für die selbstständige Mobilität. Allerdings ist die Akkulaufzeit aktuell auf vier Stunden begrenzt – für einen vollen Alltag ist das im Moment noch etwas zu wenig. Hier hoffen wir auf zukünftige Upgrades.

2. EyesReality & myBraille – Digitale Helfer im Test

Ein extrem wertvoller Ansatz für unsere Beratungspraxis: Am Stand von EyesReality ging es um deren Low Vision Simulator. Solche Technologien sind genial, um sehenden Menschen – beispielsweise Betreibern von Freizeiteinrichtungen oder Architekten – verständlich zu machen, wie sich bestimmte Seheinschränkungen im Alltag anfühlen. An der Self-Service-Station von myBraille habe ich zudem selbst die VR-Brille aufgesetzt, um digitale Wege der Barrierefreiheit zu testen.

3. KREYE (Koblenz) – Taktile Printprodukte auf Top-Niveau

Die Firma KREYE aus Koblenz stellt hochwertige Printprodukte mit Brailleschrift und taktilen Prägungen her. Das Portfolio reicht von barrierefreien Türschildern bis hin zu Visitenkarten. Handwerklich hervorragend umgesetzt – da Koblenz strategisch sehr nah an unserem Kerngebiet liegt, steht hier ein neuer, wichtiger Partner in den Startlöchern.

4. Taktile Leitsysteme & Baustellen-Sensorik: Ein echtes Heimspiel

Ein großer Schwerpunkt unseres Rundgangs lag auf neuen Techniken für Bodenmarkierungen, Bodenindikatoren und Treppenmarkierungen (z. B. nachrüstbare Breit- und Prägeschrift für Treppengeländer), die auch für den ÖPNV-Bereich extrem spannend sind. Auf den Testflächen wurde so intensiv mit den Langstöcken gearbeitet, dass man das charakteristische „Klackern“ aus der vierten Etage der Messehalle bis hinunter ins Erdgeschoss hören konnte.

Spannend war auch ein realitätsnaher Baustellenaufbau: Hier wurde demonstriert, wie Roller- und Fahrradhalter mit speziellen Block-ID-Sensoren ausgestattet werden können, um Hindernisse frühzeitig digital und taktil zu signalisieren.

Das Kuriosum der Messe: Eine der Firmen im Bereich der Bodenmarkierungen kommt direkt aus Langenfeld – also genau dort, wo auch unser eigenes Büro sitzt. Man reist extra nach Frankfurt, um Partner aus der eigenen Nachbarschaft zu treffen! In den nächsten Tagen stehen hier bereits die Termine für weitere Gespräche an. Auch mit Ausstellern aus dem weiteren Umkreis (wie Wesel oder Mülheim an der Ruhr) gab es hervorragenden Input.

5. Technik für den Alltag: Braille-Drucker & Rehalehrer-Finder

Wer Dokumente selbst in Blindenschrift ausgeben möchte, findet auf der Messe die passende Hardware: Spezialisierte Braille-Drucker wurden live im Einsatz gezeigt. Ein faszinierender Einblick in die Technik, die allerdings auch ihren Preis hat – los geht es hier ab ca. 3.000 € aufwärts.

Für die Vermittlung von Mobilitätshilfen im Alltag präsentierte sich Realer.de: Eine Plattform, auf der man über eine interaktive Karte per Scan ganz einfach den passenden Rehalehrer in seiner Umgebung finden kann.

6. Sense-Tab: Berühren, Hören, Wissen im Alltag

Ein absolut geniales Konzept haben wir bei der Firma Sense-Tab entdeckt. Hier geht es um smarte Chips, die beispielsweise auf Konservendosen oder Tiefkühlverpackungen angebracht werden. Per Smartphone-Scan erfährt man sofort, was man gerade in der Hand hält.

Der Nachhaltigkeits-Clou: Die Chips sind mit einem Klettverschluss ausgestattet. Man kann sie einfach abnehmen, wiederverwenden und über das Handy selbst neu beschreiben. Aus der Pizza Margherita wird beim nächsten Einkauf im Handumdrehen eine Pizza Funghi. Ein echtes Stück gelebte Selbstständigkeit! Gemeinsame Projekte sind hier bereits angedacht.

7. Inklusion im Spiel & taktile Sicherheit

Dass Barrierefreiheit auch Spaß machen und im Alltag schützen muss, zeigten zwei weitere Stationen:

  • Inklusive Gesellschaftsspiele: Klassiker wie „Mensch ärgere dich nicht“ wurden so modifiziert, dass die Figuren am Kopf unterschiedliche, fühlbare Symbole haben. Zusammen mit einem sauber ausgearbeiteten Spielbrett inklusive fühlbarer Icons wird das Spiel komplett ohne Sehsinn barrierefrei spielbar. Zudem gab es Stände mit verschiedenen Symbolen und Ansteckern für Blinde.

  • Sicherheit im Gebäude: Taktil erfassbare Lagepläne sowie Hinweisschilder für Feuerlöscher und Notausgänge zeigten, wie moderner Brandschutz inklusiv funktioniert. Das Highlight: Komplett taktil erfassbare Bilder, die zusätzlich über einen QR-Code eine präzise Audio-Deskription auf das Smartphone liefern.

8. Live-Audio-Deskription im Fokus: Vortrag von T-Ohr

Ein echtes Highlight im Rahmenprogramm war der praxisnahe Vortrag von T-Ohr. Hier ging es um das Thema Live-Audio-Deskription im Fußball. Der direkte Vergleich war beeindruckend: Erst hörten wir den Ausschnitt eines normalen TV-Kommentators, danach dieselbe Szene von einem geschulten Blinden-Reporter. Während der normale Kommentator oft das Geschehen eher emotional umschreibt („Was für ein Schuss!“), beschreibt die blinde Reportage extrem präzise die exakte Ballposition, die Laufrichtung und die Distanzen. Ein faszinierendes Handwerk, das zeigt, wie wichtig spezialisierte Moderation ist.

9. Handi Life Sport: Inklusion durch Klang

Ein weiteres echtes Highlight war das Treffen mit dem dänischen Familienunternehmen Handi Life Sport. Sie entwickeln spezielle Sportgeräte für Menschen mit Sehbehinderung. Besonders faszinierend sind die Bälle mit integrierten Klangelementen. Ob Blindenfußball oder andere Sportarten – über das akustische Signal lässt sich der Ball perfekt orten. Neben den Produkten hat uns vor allem die super herzliche Art des Teams begeistert.

10. Networking: Sharon Maple & bekannte Gesichter

Abgerundet wurde der Tag durch das Treffen mit Sharon Maple (ihre Arbeit findet ihr unter sharon-maple.com), die uns für ihren Instagram-Kanal interviewt hat. Sie kommt aus Berlin, ist ebenfalls im Bereich Barrierefreiheit aktiv und auf barrierefreie Moderation spezialisiert. Im Interview konnten wir zwei Herzensthemen platzieren:

  • Hidden Disabilities Sunflower: Ich konnte kurz und direkt meine Rolle als Direktor Deutschland erklären und die Relevanz des grünen Bandes für unsichtbare Behinderungen verdeutlichen.

  • Erlebnisse bei Freizeitpark Erlebnis: Tim hat über seine Eindrücke bei unserer Arbeit berichtet und von seinen spannenden Erfahrungen bei einer Evakuierungsübung in einem Freizeitpark erzählt. Hier zeichnet sich definitiv eine spannende zukünftige Zusammenarbeit ab!

Zudem gab es guten Austausch mit etablierten Organisationen wie der Stiftung Pro Retina und der Nikolauspflege aus Stuttgart, mit denen wir schon länger in Kontakt stehen.

Unser Fazit: Barrierefreiheit entsteht im Dialog

Am Ende war es vor allem der direkte Austausch, der diesen Messetag so wertvoll gemacht hat. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um intensiv mit Betroffenen zu sprechen und sie direkt zu interviewen: Was braucht ihr wirklich bei einem Freizeitpark- oder Musicalbesuch? Was fehlt euch bei Ausflügen, und wo gibt es konkreten Verbesserungsbedarf?

Für unsere tägliche Arbeit nehmen wir eine ganz zentrale Erkenntnis mit: Echte Inklusion und Barrierefreiheit lassen sich nicht allein durch das starre Befolgen von DIN-Normen oder Gesetzestexten erreichen. Sie entstehen, wenn man den Betroffenen zuhört. Nur wer die Perspektive der Zielgruppe versteht, kann Betriebe und Freizeiteinrichtungen am Ende praxistauglich und erfolgreich beraten.

Natürlich können wir als Sehende trotz aller Tests und intensiver Gespräche immer nur einen äußeren Eindruck von den gezeigten Hilfsmitteln gewinnen. Wie gut, intuitiv und alltagstauglich eine Innovation am Ende für die Zielgruppe tatsächlich ist, können und wollen wir nicht abschließend beurteilen. Aber genau dafür sind diese Tage da: Um den Horizont zu erweitern, neue Partnerschaften anzustoßen und Barrierefreiheit Schritt für Schritt gemeinsam mit den Menschen weiterzuentwickeln, die sie täglich nutzen.

Eindrücke direkt von der Messe

Fotos: Michael Töller
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Michael
Ich bin Michael und der Inhaber von Freizeitpark Erlebnis. Bereits als Kind habe ich mich in einem Freizeitpark immer sehr wohl gefühlt. Meine Eltern haben mir immer ermöglicht mindestens 2 - 3 mal im Jahr einen Freizeitpark zu erkunden. Gemeinsam mit meinem Sohn habe ich diese Leidenschaft fortführen können und nun habe ich das große Glück mein Hobby zum Beruf zu machen. Durch mein tolles Team wachsen wir immer weiter und so sind auch Erlebnisse aus allen Bereichen bei uns vertreten. Das Thema Barrierefreiheit wird immer wichtiger bei uns und so lernen wir immer dazu. Danke an mein super Team und meine Eltern, die meine Leidenschaft für Freizeitparks & Erlebnisse entfacht haben.
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Letzte Bearbeitung & Stand der genannten Preise 02.06.26

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