Das Phantasialand ist ein wunderschöner Park, und ich möchte auf jeden Fall wiederkommen. Die Themenwelten sind beeindruckend detailliert und liebevoll gestaltet, die Attraktionen abwechslungsreich, die Shows und das Essen runden das Erlebnis wunderbar ab.
Und das Wichtigste: Ein Besuch mit Sehbehinderung ist möglich – vorausgesetzt, man kommt mit einer sehenden Begleitung und bereitet sich gut vor. Ich hoffe, dass dieser Bericht zeigt, dass Menschen mit Sehbehinderung nicht pauschal ausgeschlossen werden sollten, denn es kommt immer sehr auf die individuelle Art der Einschränkung an.
Gleichzeitig zeigt dieser Besuch, dass schon kleine Maßnahmen die Zugänglichkeit spürbar verbessern könnten:
• Stufenmarkierungen in den Warteschlangen würden das Stolper- und Sturzrisiko deutlich verringern – wir haben im gesamten Park genau eine einzige markierte Stufe gesehen, bei Winja’s Fear, und die war Gold wert.
• Durchgehende Handläufe auf einer konsistenten Seite geben Orientierung und Sicherheit.
• Punktuelle Beleuchtung beim Zustieg – ein Licht, das angeht wenn man einsteigt und wieder ausgeht wenn die Bahn losfährt – würde dunkle Bahnhöfe zugänglicher machen, ohne die Atmosphäre zu beeinträchtigen. Das wäre eine so einfache wie wirkungsvolle Maßnahme.
Ich wünsche mir, dass dieser Bericht zeigt: Ein Besuch mit Sehbehinderung ist möglich – und er kann richtig viel Spaß machen. Wir haben gelacht, gezittert, sind nass geworden und haben Eis gegessen. Wir haben Themenwelten entdeckt, die uns den Atem verschlagen haben, und Attraktionen erlebt, die wir so schnell nicht vergessen werden. Das Phantasialand ist ein außergewöhnlicher Park – und genau deshalb liegt mir das Thema Barrierefreiheit so am Herzen.
Denn es braucht keine großen Veränderungen, um mehr Menschen mit Sehbehinderung eine solche Erfahrung zu ermöglichen. Es braucht Stufenmarkierungen, einen durchgehenden Handlauf, ein bisschen mehr Licht an der richtigen Stelle. Kleine Dinge, die im Alltag selbstverständlich wirken – aber in einem Freizeitpark noch längst nicht Standard sind. Und das, obwohl sie für so viele Menschen einen riesigen Unterschied machen würden.
Sehbehinderungen sehen nicht bei allen gleich aus. Wir sind nicht alle gleich eingeschränkt, wir brauchen nicht alle dasselbe – aber viele von uns wollen genau das, was jeder andere Parkbesucher auch will: einfach Spaß haben, ohne sich dabei ständig fragen zu müssen, ob man das überhaupt kann oder darf. Der Park hat bereits alles, was es dazu braucht: die Leidenschaft, die Kreativität und den Qualitätsanspruch. Schön wäre es, wenn das Phantasialand den Mut aufbringt, sich diesem Thema wirklich zu öffnen – es würde sich lohnen.