Erfahrungsbericht
Schwaben Park mit Rollstuhl – Erlebnisbericht 2025
6. Juli 2025 · von Michael
Vorbereitung ist alles – Besuch im Schwaben Park planen
Wie immer, bereiten wir uns natürlich vor. Wie bekommen wir die Tickets, wo buchen wir die Übernachtung und welche Attraktionen und Shows gibt es? Welche Hinweise gibt es für Menschen mit Behinderung und finden wir diese gut?
Website – Informationen für Menschen mit Behinderung
Auf der schön gestalteten Website vom Schwaben Park findet man keine spezielle Seite für Menschen mit Behinderung. Auch bei den Attraktionen selbst findet man keine Informationen zu den Zugänglichkeiten.
Auf dem Parkplan sieht das Gelände recht flach aus, was jedoch nicht der Fall ist. Gerade für Rollstuhlfahrer und ihre Begleiter sind die Wege teilweise recht herausfordernd.
Website – Tickets und Preise
Bei den Eintrittspreisen findet man zumindest die Tarife für Menschen mit Behinderung. Rollstuhlfahrer und Blinde erhalten freien Eintritt. Buchen kann an die Tickets jedoch nicht und weitere Informationen dazu fehlen aktuell auf der Website.
Wenn man im Schwaben Dorf übernachtet, kann man eine Pauschale buchen. Für nur 45,00 € erhält man eine 2 Tageskarte für alle Übernachtungsgäste dieser Buchung. So sind bei Ab- und Anreise die Tickets bereits drin. Alles weitere Zur Unterkunft gibt es im Blog.
Anreise und Parken im Schwaben Park
Etwa 45 Kilometer nordöstlich von Stuttgart findet man den Schwaben Park. Die Anreise macht schnell klar, dass der Schwaben Park von wunderschöner Natur umgeben ist.
Der Parkplatz ist überschaubar. Mit 3,00 € Parkgebühr ist es einer der preiswertesten Parkplätze. Wer übernachtet, parkt kostenfrei.
Links am Eingang gibt es auch Behindertenparkplätze. Dazu fahren wir bewusst in die Einbahnstraße, denn nur so gelangen wir zum Eingang. Wenn man den blauen Parkausweis hat, darf man hier direkt am Eingang parken.
Erster Eindruck vom Schwaben Park
Auch wenn es ein kleinerer Freizeitpark ist, steigt die Vorfreude und das Adrenalin. Über dem Eingangsbereich fährt die Achterbahn „Hummel Brummel“. Man sieht auch andere Fahrgeschäfte und wie schön die Lage des Freizeitparks ist.







Bildnachweis: Michael Töller
Der Freizeitpark im Test – Schwaben Park mit Rollstuhl
Der Freizeitpark in Familienbesitz hat einige echte Highlights zu bieten. Dazu zählen für uns die Achterbahn Hummel Brummel, die Achterbahn Wilde Hilde, die Bob Kart Bahn sowie die Erlebnisreise mit Hans Dampf. Diese Highlights haben wir auf unsere Wunschliste gesetzt.
Die Attraktionen & Shows im Überblick
Es gibt viele Attraktionen und Fahrgeschäfte für die Familie. Es muss ja nicht immer die schnellste oder höchste Achterbahn sein…
Achterbahn Hummel Brummel
Eine Achterbahn der besonderen Art. Hier kann man das Ruder selbst in die Hand nehmen und Gas geben oder es gemütlicher angehen lassen. Wenn die Achterbahn nicht im Automatikmodus ist, kann jeder sein eigenes Tempo bestimmen. Eine erlebnisreiche Familienattraktion. Man sitzt immer zu zweit nebeneinander und in der Mitte ist ein Griff, mit dem man die Geschwindigkeit etwas variieren kann.
Das Besondere: Rollstuhlfahrer dürfen auch mit. Der Wartebereich ist entsprechend gestaltet, wobei hier Luft nach oben ist.
Für Fußgänger geht es durch ein Drehkreuz. Kurz davor gibt es jedoch ein Tor. Dies kann der Operator am Fahrgeschäft öffnen und der Rollstuhl kann direkt neben dem Sitz parken. So ist das Umsteigen zumindest für Tim sehr angenehm und einfach. Wir haben beide keinen Stress und werden nicht gedrängt, uns zu beeilen.
Die Fahrt macht Spaß und die Aussicht ist beeindruckend.
Achterbahn Wilde Hilde
Bei der wilden Hilde fällt eins sofort auf – die Musik zur Achterbahn kennen wir doch irgendwoher? Der Song „Popcorn“ diente hier als Vorlage. Das außergewöhnliche Fahrgeschäft haben wir beide so in dieser Form noch nirgendwo anders gesehen.
Wir wollen es wissen und fahren die Achterbahn. Nach kurzer Wartezeit erfolgt der Zustieg recht problemlos für Tim. Er muss eine hohe Stufe meistern und dann kann er sich in den Wagen setzen.
Die Fahrt selbst ist auf jeden Fall aufregend. Die XXL-Schaukel ist etwas Besonderes und viel zu schnell wieder vorbei. Das hat richtig Spaß gemacht und war nicht so wild, wie es aussah.
Der Ausstieg ist etwas mühselig, weil wir durch den Eingang wieder raus müssen.
Wenn hier Gäste warten, ist das eher umständlich. Den Ausgang der Attraktion könnten wir nutzen, hier ist allerdings ein Drehkreuz und man muss den Rollstuhl vom Eingang umständlich zum Ausstieg befördern. Der Weg ist eng und deshalb muss man ihn anheben. Der Weg über den Eingang war dann einfacher.
Den Song werden wir jedenfalls nie mehr vergessen!
Hans Dampf – Schwäbische Eisenbahn mal anders erleben
Was genau passiert hier? Diese Frage stellen sich auch die anderen Familien. Es handelt sich hier um eine Fahrt mit der Schwäbischen Eisenbahn. Dies allerdings auf eine ganz spezielle Weise.
Wenn man die beiden Pre-Shows/ Wartebereiche hinter sich gelassen hat, darf man in einen Waggon der Eisenbahn einsteigen. Die Fahrt, oder eher die Show, beginnt. Man fährt durch aufregende Themenwelten und landet dann wieder im Schwabenländle.
Auch für Tim war es möglich, mit Rollstuhl an der Fahrt teilzunehmen. Dazu positioniert eine Mitarbeiterin am Ausgang des Waggons die beiden Rampen. So kann ich Tim hochschieben und er kann mitfahren, ohne den Rollstuhl zu verlassen.
Leider haben einige Familien nach der ersten Pre-Show keine Lust mehr gehabt und haben den Notausgang genommen. Nun sind sie außerhalb des Parks und müssen schauen, wie sie wieder reinkommen …
Im Prinzip eine schöne Attraktion. Wir finden es gut, dass der Bezug zur Region in Sachen Bildern und Sprache vorhanden ist. Viele Familien mit Kindern scheint es aber zu langweilig zu sein. Deshalb waren wir während der eigentlichen Fahrt nur zu dritt. 8 Personen haben die Show verlassen.
Achterbahn Force One
Die Achterbahn liegt im oberen Teil des Parks, gleich neben den anderen beiden Highlights im Park. Nach Rücksprache dürfen wir über den Ausgang, denn hier ist es einfacher, Tim mit seinem Rollstuhl hochzuschieben. Die Fahrt selbst ist ebenfalls ohne größere Schwierigkeiten beim Ein- oder Aussteigen möglich.
Märchen-Fahrt – Gebrüder Grimm auf dem Fluss der Fantasie erleben
Eine schöne Bootsfahrt, die man auch aus vielen anderen Freizeitparks kennt, ist die Märchenfahrt. Mit Gondeln fährt man an verschiedenen Märchen vorbei.
Bei strahlend blauem Himmel und hohen Temperaturen ist das einfach eine gute Gelegenheit, um einmal durchzuatmen.
Die Märchenwelt der Gebrüder Grimm ist schnell wieder vorbei und so endet die Bootsfahrt nach wenigen Minuten bereits wieder.
Der Zustieg erfolgt direkt aus dem Rollstuhl. Tim fährt nah ran und lässt die Beine ins Boot fallen. Das braucht etwas Zeit, aber es geht. Der Rollstuhl bleibt am Eingang stehen und wir dürfen am Ende der Fahrt auch sitzenbleiben und dürfen am Eingang aussteigen. Das ist eine gute Lösung und Tim hat die fahrt gut gefallen.
Bob Kart – Sommerrodelbahn für individuellen Fahrspaß
Ob mit 40 km/h oder doch eher mit 20 km/h … das Tempo bestimmt Ihr selbst. Viele Kurven, Kreisel und Abfahrten sorgen für Nervenkitzel bei Groß und Klein. Zu zweit geht es dann auf die Fahrt durch die schöne Landschaft.
Erwachsene dürfen auch allein fahren. So schafft es Tim recht gut, vom Rollstuhl direkt in den Bob zu gelangen. Ich fahre hinter ihm und schiebe den Rollstuhl zur Seite. Er muss dann alleine den Ausstieg schaffen und ich bin gespannt, ob es möglich sein wird.
Die Fahrt ist rasant und bereitet mir große Freude. Am Ende der Fahrt sehe ich vor mir einen leeren Bob… Tim sitzt aber auf einer Bank und hat so den Ausstieg auch alleine geschafft. Nur der Rollstuhl steht noch am Eingang. Ich hole ihn kurz und hebe ihn über die Absperrung.
Riesenrad im Schwaben Park
Mit 8 Metern Höhe ist das Riesenrad nicht das Größte. Der Zustieg erfolgt auf Wunsch mit kleinem Hocker, damit der Einstieg nicht so hoch ist. Die Aussicht ist schön und es ist eine entspannte Fahrt.
Weitere Attraktionen und Fahrgeschäfte im Schwaben Park
Viele Sachen, wie den Kletterballon, die Riesenrutsche oder den Autoscooter „Box Autos“ konnte Tim aufgrund seiner Behinderung nicht testen. Andere Attraktionen wie der „Schwaben Express“ waren zwar möglich, aber schwierig vom Zugang. „Das Sägewerk“ haben wir ausgelassen, da für eine Wasserbahn der Gesundheitszustand von Tim nicht optimal war.




















Bildnachweis: Michael Töller
Shows und Tiere im Schwaben Park
Wir haben uns aufgrund der Zeit keine Shows angesehen. Das Kasperle Theater ist ja auch eher was für die jüngeren Besucher. Das Dschungel-Theater haben wir leider irgendwie verpasst.
Die Tiergehege im Schwaben Park sind zwar ganz schön, aber den Schimpansen war es sicher auch zu warm in ihrer Anlange. Die Vögel hört man überall im Freizeitpark und der Streichelzoo war ein Highlight bei Familien.
Gastronomie im Schwaben Park
Wir haben nur einen kleinen Snack gegessen im „Imbiss an der BobKart Bahn“. Dieser liegt unterhalb der Wildwasserbahn und bietet eine schöne Außenterrasse.
Die Auswahl an Speisen ist nicht die größte. Die Auswahl beschränkt sich auf Currywurst, rote Wurst, Schnitzel, Pommes oder Chicken Nuggets. Weil nicht viel los war, musste erst alles frisch gemacht werden. Im Außenbereich durften wir schon Platz nehmen. Das Essen wurde dann sogar herausgebracht.
Die Pommes und die Wurst waren okay, die Getränke jedoch recht teuer. Die schöne Terrasse ist optimal, um dort zu verweilen. Viele Sonnenschirme spenden ausreichend Schatten.
Es gibt auch Eis und andere Snacks hier zu kaufen. Im SB-Restaurant gibt es eine größere Auswahl an Speisen, jedoch müssen wir dafür den ganzen Berg wieder hoch und das ist bei der Hitze einfach zu anstrengend.







Bildnachweis: Michael Töller
Toiletten im Schwaben Park für Menschen mit Behinderung – Behindertentoilette
Es gibt am Eingang und auch im Park verteilt Behindertentoiletten. Die am Eingang konnte man nicht abschließen und so richtig einfach zugänglich ist sie auch nicht. Eine kleine Rampe wäre hier eine große Hilfe. Generell ich der Freizeitpark hier jedoch bemüht. Es muss nicht immer alles nach Norm oder eben perfekt sein, aber hier ist noch Optimierungspotential.
Fazit zum Besuch im Schwaben Park
Der Freizeitpark ohne viel Musik auf den Wegen holt einen runter. Wir kamen vom Europa-Park direkt in den Schwaben Park. Ein heftiger Schritt, denn hier ist es wesentlich leerer, ruhiger und naturbelassener. Auch die Fahrgeschäfte können sich sehen lassen. Im Bereich Gastronomie können wir nicht viel sagen.
Ein kleinerer Freizeitpark, wo es aber trotzdem viel zu erleben gibt. Mit Kleinkindern auf jeden Fall ein Ausflug mit Übernachtung wert. Mit Teenagern kann es auch schön sein, aber natürlich kann man das nicht mit den größeren Freizeitparks auf eine Ebene stellen. Die Familie wird aber eine gute Zeit haben und für jeden ist etwas dabei.
Fazit zur Barrierefreiheit im Schwaben Park
Eingebettet in die Landschaft bietet der Freizeitpark viele schöne Wege und Plätze. Leider ist dies auch das Hauptproblem für Rollstuhlfahrer, denn die steilen Wege und Eingänge zu den Fahrgeschäften wie „Hummel Brummel“ oder „Wilde Hilde“ sind allein nicht machbar.
Im Freizeitpark ist man selten allein unterwegs. Aber auch für die Begleitung ist es sehr anstrengend, den Rollstuhl die „Berge“ hochzuschieben. Ein E-Rolli wäre hier eine gute Lösung. Teilweise ist auch die Beschilderung nicht optimal und kann verbessert werden.
