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Erfahrungsbericht

Mit dem Eurostar nach Paris – Disneyland mit dem Zug und Rollstuhl – Erlebnisbericht

25. Februar 2025 · von Michael

Die Vorbereitung der Anreise nach Paris/Disneyland mit der Bahn

Damit alles problemlos läuft, haben wir uns natürlich die Website angeschaut. Hier wird empfohlen, sich spätestens 24 Stunden vorher zu melden, um den Rollstuhlservice zu buchen. Der Einstieg ist ohne Rampe nicht möglich, also wird der kostenlose Service angeboten. Sowohl beim Einsteigen in Köln als auch beim Aussteigen in Paris Nord.

Tim hat dann 1 Woche vorher den Service genutzt und dort telefonisch alles geregelt. Nach einiger Wartezeit am Telefon war dann ein sehr freundlicher Mitarbeiter am Telefon. Er hat dann die Meldung für den Bahnhof Köln gemacht und für Paris Nord. Für die Rückreise musste er Tim dann verbinden, der für Auslandsreisen zuständig ist. Der Mitarbeiter hat auch Deutsch gesprochen und war sehr zuvorkommend. Er hat Tim erklärt, wo er sich bei der Rückreise melden muss.

Zusätzlich gab es eine SMS und eine E-Mail mit der Bestätigung von der Mobilitätsservice Zentrale der DB InfraGO AG in Zusammenarbeit mit Eurostar (früher Thalys)

Bildnachweis: Michael Töller

Die Anreise nach Paris

Mit der S-Bahn geht es schon um 5:14 ab Langenfeld Rheinland los nach Köln, Um 5:40 sind wir dann am Hauptbahnhof. Wir sollen uns ca. 20 Minuten vor Fahrbeginn an der Info am Hbf Köln melden.  Da wir noch etwas Zeit haben, kaufen wir noch etwas beim Bäcker für die Fahrt. Es ist noch alles recht entspannt am Bahnhof um diese Uhrzeit.

Um 6:47 (etwas verspätet) geht heute der Zug. Wir sind um 6:25 an der Info und ein sehr freundlicher Mitarbeiter bringt uns zu Gleis 6. Hier fahren wir mit dem Aufzug nach oben.

Am Gleis sind wir direkt an der richtigen Position und auch der Hublift steht bereit.
Eine Mitarbeiterin von Eurostar steht ebenfalls am Gleis. Sie hilft den Gästen an der richtigen Position zu stehen, ein toller Service. So muss man nicht beim Eintreffen des Zuges schauen, wo der entsprechende Wagen hält. Einen Sitzplatz hat man automatisch mit dabei.

Der Zug fährt pünktlich ein und wir können in Ruhe einsteigen. Tim fährt über eine Rampe auf den Hubluft. Eine weitere Rampe am anderen Ende führt in den Zug. Der Mitarbeiter muss den Lift mit dem Fuß etwas hochpumpen, dann passt es gut und Tim kann einfach hereinrollen. Beim Einsteigen werden kurz die Tickets abgescannt. Gleich links ist auch Wagen 21 und unsere Plätze. Eine Toilette ist direkt ums Eck.

Tim setzt sich um vom Rollstuhl in die bequemen Sitze des Eurostars (früher Thalys). Das kostenlose WLan ist mit 2 Klicks verbunden. Auf der Willkommens-Seite kann man auch die Fahrstrecke inkl. Geschwindigkeit einsehen.

Nach kurzer Zeit wird Kaffee serviert und ein Croissant gereicht. Der Kaffee in einer Tasse und nicht im Pappbecher. So kann der Tag gut beginnen. Ich will mit Karte zahlen, aber bei unserem Tarif sind Kaffee und Croissants inkl.

Es ist noch sehr ruhig im Zug. Die nächsten Stops sind Aachen und Lüttich. Jetzt wird es auch etwas voller, aber immer noch sehr angenehm.

In Brüssel wird ein weiterer Zugteil angehängt.

Das WC ist sehr klein. Obwohl es als Behinderten WC gekennzeichnet ist, handelt es sich um ein normales WC. Es ist leider nicht groß und mit Rollstuhl kommt msn nicht rein. Es gibt auch einen Wickeltisch zum Ausklappen. Die Sauberkeit – naja, Zugtoilette eben…

Eindrücke von der Anreise

Bildnachweis: Michael Töller

Rampen zum Ein- / Aussteigen

Beim Einsteigen in den Eurostar wurden wir direkt gefragt, bis wohin wir fahren und ob wir eine Unterstützung zum Aussteigen bestellt haben. Dies hatte Tim vor einer Woche telefonisch getan. Als er für Köln diesen Service bestellt hat, wurde Paris direkt mit gebucht.

Im Zug wurden wir dann erneut gefragt und es wurde sich gekümmert. Nach 5 Minuten gab es die Info, dass alles geregelt ist und wir entspannt aussteigen können in Paris.

Bildnachweis: Michael Töller

Der Weg von Paris Nord zum Disneyland Paris

Ich hatte mich vorab informiert, wie wir von Paris Nord zum Disneyland kommen. Beim Ticketkauf für die RER (Bahn) wurde uns gesagt, wie wir fahren sollen. Der nette junge Mann gab uns den Tipp mit der Linie E fahren bis „Val de Fontenay“ zu fahren. Von hier aus in die RER Linie A direkt bis zum Bahnhof Disneyland (Marne-la-Valée).

Manchmal sollte mal auf sein Bauchgefühl hören, denn dieser Weg ist nicht der Beste!

Das wir umsteigen müssen war klar, aber hier auch mit Gleiswechsel und das ohne Aufzug. Einige Haltestellen sind auf dem Plan in der Bahn mit einem Rollstuhlsymbol markiert. An diesen kann man gut umsteigen. Für ein Foto war keine Zeit, denn ich hatte den Koffer und den Rollstuhl und musste Tim noch abstützen. Gerade unten rollte auch schon der Zug ein. Puh, geschafft!

Kaum im Zug, geht es auch schon los. Wir haben den Kofferanhänger missbraucht und damit den Koffer an der Stange befestigt, denn so konnte Tim sich festhalten und der Koffer ist nicht weg gerollt. Ihn dran zu lassen war keine Option, weil sonst der Durchgang versperrt gewesen wäre, denn man steht ja direkt an der Türe.

Nach wenigen Minuten sind wir dann am Disneyland Paris. Bevor wir uns ins Vergnügen stürzen, wollen wir unseren Koffer im Hotel abgeben und gehen direkt zum Shuttle Bus.

Bildnachweis: Michael Töller

Ankunft am Hotel Disneyland Santa Fe

Gegen 12:00 Uhr sind wir dann im Hotel und können sogar schon ins Zimmer. Eingecheckt hatten wir vorher beide online über die Disneyland App. So mussten wir nichts mehr groß regeln.

Mehr dazu im Bericht über das Disneyland Hotel Santa Fe.

Bildnachweis: Michael Töller

Auto oder Zug zum Disneyland Paris?

Das ist eine individuelle Entscheidung und hängt von mehreren Faktoren ab. Wenn man zu zweit reisen sollte, ist es sicherlich zu überlegen den Zug zu nehmen.

Reisedauer & Kosten Auto: ca. 5 Stunden – 900km und ca. 30€ Autobahngebühren.

Reisedauer & Kosten Zug: ca. 7 Stunden – Rollstuhlfahrer & Begleitung Köln – Paris 70€ / Strecke (für beide) plus Fahrt Paris / Disneyland (ca. 5€)

Von den Kosten her tut sich da also nicht viel, je nach Auto, Fahrweise und Spritkosten ist es annähernd der gleiche Preis.

Vorteile mit dem Zug zum Disneyland:

Man kommt recht gut voran. Der Eurostar war pünktlich und schnell. An Board gab es neben einem WC auch kostenlose Snacks und Getränke. Nach Brüssel (in beide Richtungen) gibt es erneut Getränke und Snacks. Ausreichend Platz (mehr als im Flugzeug) und Ruhe zum Relaxen oder, so wie ich, Zeit um diesen Bericht zu schreiben findet man auch.

Man landet direkt in der Pariser Innenstadt und wenn man evtl. hier etwas besichtigen will, bevor oder nachdem man ins Disneyland Paris fährt, bietet sich der Eurostar ebenfalls bestens an.

Bildnachweis: Michael Töller

Vorteile mit dem Auto

Mit dem Auto ist man sehr flexibel und kann auch mit 3 oder mehr Leuten zum gleichen Preis reisen. Zudem kann man gut außerhalb der Disney Bubble übernachten und so kräftig sparen. Der Weg zum Supermarkt ist mit dem Auto auch einfacher zu machen, und so kommt es eben darauf an, was man bevorzugt. Einer muss eben (noch) am Steuer sitzen und fahren. Dafür dann von Tür zu Tür.

Wir sind also nach 7 Stunden im Hotel am Disneyland angekommen. Mit dem Auto benötigen wir meistens eher 5 Stunden, aber dass ist eine andere Art zu reisen.

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Rückreise vom Disneyland nach Köln mit dem Eurostar

Am nächsten Tag geht es leider auch schon zurück. Bereits um 15:00 mache ich mich auf den Weg zum Hotel. Der kostenlose Shuttle Bus ist in 5 Minuten dort. Ich muss den Koffer noch abholen. Zum Glück geht das schnell und ich kann mit dem gleichen Bus zurückfahren und bin nach rund 20 Minuten zurück am Bahnhof. In der Zeit hat Tim schon die Tickets gekauft für die RER Linie A.

Diesmal machen wir nicht den Fehler wie auf der Hinfahrt. Wir fahren etwas weiter und steigen erst am Bahnhof Châtelet Les Halles aus. Dies ist der perfekte Bahnhof zum Umsteigen für Alle.

Wenn man direkt beim Fahrer einsteigt, gibt es einen speziellen Bereich für „Accés prioritaire“. Zum Ein- / Ausstieg gibt es an den entsprechend markierten Bahnhöfen eine Rampe. Diese befindet sich an der Wand im Bahnhof und wird dann vom Personal (nach Anmeldung) entsprechend aufgestellt. Es ist sehr viel Personal vorhanden und alle sind sehr freundlich.

Zurück zum Umstieg auf der Rückfahrt. Wir steigen aus und direkt am gegenüberliegenden Gleis wieder ein. Diesmal in die Linie B und fahren Richtung Flughafen Aéroport Ch. De Gaulle. Wir fahren nur eine Station und der Fahrer fragt beim Einstieg, wohin wir fahren, damit er eine Rampe bestellen kann. In der kurzen Fahrzeit kann er das nicht so schnell organisieren und wir kommen gut so raus, Andere Fahrgäste helfen ohne dass sie darum gebeten werden. Kaum sind wir draußen, kommt ein junger Mann um die Rampe zu holen. Wirklich super, wie das hier läuft.

Auf der Rückreise muss man in Halle 1 bei „Assistance yojageur habdicapé vorbei schauen und sich anmelden. Die wissen schon bescheid, denn Tim wurde bereits angemeldet. Er hat auch eine E-Mail erhalten, die er vorlegen sollte. Das war aber nicht nötig Im beheizten und sauberen Raum gibt es Sitzmöglichkeiten für die Begleiter und ein WC. Hier ist es warm und man wartet, bis man abgeholt wird. Der freundliche Mitarbeiter hat Tim dann aufgerufen und direkt in den Zug gebracht. Verständigungsprobleme gab es trotz Sprachbarriere nicht.

Die Rückreise verläuft dann ebenso gut wie die Hinreise. Jetzt gibt es statt Café und Croissants sogar ein kleines Menü und Getränke sind ebenfalls kostenfrei bei dem Tarif.

Bildnachweis: Michael Töller

Fazit zur Anreise nach Paris mit dem Eurostar als Rollstuhlfahrer

Die Hilfsbereitschaft im Zug, an den Bahnhöfen und auch in den RER Zügen hat uns echt überrascht. Das sind wir so nicht gewohnt und es war ein schönes Gefühl miteinander zu reisen, vor allem in Frankreich war der Service hervorragend. Da kann sich die Bahn mal eine Scheibe abschneiden!

Es waren recht viele Umstiege (4) bis zum Hotel. Es ist ein anderes reisen und irgendwie entschleunigt. Wir waren etwas früher am Bahnhof um in Ruhe das Gleis zu finden und auch den Service abzuklären für de Rampe. Dies hat uns nicht gestört.

Mit Kindern würde ich das evtl. eher nicht machen, da ist es mit dem Auto doch wesentlich einfacher.

Wer vor allem auch mal nach Paris rein will für ein oder zwei Nächte ist aber mit der Variante Zug bestens beraten. Preis / Leistung stimmen. Wer keine Behinderung hat und den „normalen“ Preis zahlen muss, sollte auf die Sparangebote achten.

Wie man mit dem Rollstuhl vom Disneyland nach Paris kommt und welche Sehenswürdigkeiten wie zu erreichen sind, folgt im Sommer.

Bildnachweis: Michael Töller