Erfahrungsbericht
Neuer McDonald’s im Disney Village® Paris: Barrierefrei top, Atmosphäre Flop?
19. Februar 2026 · von Michael
Barrierefreiheit: So geht Inklusion am Terminal
Eines muss man dem Neubau lassen: Technisch wurde hier mitgedacht. Wer auf den Rollstuhl angewiesen ist, findet hier vorbildliche Lösungen:
Digitale Flexibilität: An den rund 25 Bestell-Terminals lässt sich das Display per Knopfdruck halbieren. Die gesamte Auswahl und der Bezahlvorgang rücken nach unten – perfekt erreichbar.
Exklusive Priority-Counter: Es gibt drei spezielle Counter für Menschen mit Behinderung. Diese sind nicht nur reserviert, sondern auch unterfahrbar und in der richtigen Höhe gestaltet.
Infrastruktur und Barrierefreiheit: Ein Aufzug führt in den ersten Stock, und auch die Toiletten (ebenfalls oben) verfügen über Behinderten-WCs, die ordentlich, wenn auch nicht spektakulär sind. Zusätzlich gibt es Treppenabsatzmarkierungen und Handläufe. Das Kopfsteinpflaster vor dem Eingang ist verdichtet und somit gut befahrbar.
Die Kehrseite: Wenn Design auf Realität trifft
Hier endet leider das Loblied. Für einen Neubau dieser Größenordnung ist das Innenleben enttäuschend:
Platzmangel & Enge: Die Tische stehen so eng beieinander, dass man kaum von A nach B kommt. Für Rollstuhlfahrer oder Familien mit Kinderwagen wird das Manövrieren zum Hindernislauf.
Hygiene & Luft: „Wild“ ist noch milde ausgedrückt. Auf dem Boden unter vielen Tischen lagen z. B. Pommes. Die Tische waren hingegen recht sauber. Bei der extrem stickigen und miserablen Luft und einer enormen Lautstärke ist der Wohlfühlfaktor gleich null.
Preis-Leistung: Mit 4,95€ für eine Juniortüte bieten wir ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zur Konkurrenz. Ähnlich wie in Deutschland erwartet einen hier ein verlockendes Rundum-Angebot. Wenn man die Preise für 4 Chicken Nuggets oder einen Cheeseburger dagegen sieht, stimmt das Verhältnis nicht mehr. Für nur 3,70€ einzeln passt es nicht. Die Junior-Tüte für 4,95€ mit einem Getränk (0,4 l), Pommes, einem Dessert und einem Schlumpf-Puzzle als Spielzeug ist hingegen vor allem auf dem Disney-Areal ein Schnäppchen. Unsere Pommes waren jedoch nahezu kalt, ein Spielzeug fehlte ebenso wie eine Soße. Anstatt Apfelstückchen wie bei uns gab es Apfelmus in einem Tetrapack. Das war aber in der Bestellung bereits sichtbar und eben einfach anders als bei uns, ohne es zu bewerten.
- Nachhaltigkeit & Umwelt Hier entsteht deutlich weniger Abfall als bei uns. Viele Lebensmittel kommen in einer Schale und so wird weniger Müll produziert. Die Becher bestehen aus recycelbarem Plastik und tragen zur Reduzierung von Abfall bei. Ein großes Plus an dieser Stelle.
Fazit: Außen hui, innen „schwierig“
Optisch ist das Gebäude imposant, und die technische Umsetzung der Barrierefreiheit an den Terminals ist ein echtes Vorbild. Doch was nützt der herausragende Bestell-Counter, wenn man sich im Restaurant vor Menschen und Enge kaum bewegen kann? Der Service und das Raumkonzept wirken dem enormen Ansturm aktuell nicht gewachsen. Die Tische sind viel zu nah beieinander und die „reservierten Tische für Menschen mit Behinderung“ werden von allen genutzt. Kein Wunder, denn es gibt zu wenig Tische. Der Außenbereich war bei den Temperaturen nicht nutzbar, dann sieht es sicher besser aus. Auch das Personal kam mit dem Andrang nicht gut klar. Zudem lagen viele Lebensmittel wie Pommes auf dem Boden und mit dem Reinigen kam das sehr bemühte Team nicht nach.
Mein Urteil: ein maßgeblicher Schritt für die barrierefreie Bestellung, aber ein Rückschritt für die Aufenthaltsqualität im Disney Village®. Tim als Rollstuhlfahrer kam kaum durch, weil es viel zu voll und eng war. Für uns ist der neue und größte McDonald’s Frankreichs jedenfalls keine Option, aber das muss jeder für sich entscheiden.
Eindrücke vom neuen Mac Donalds 2026 im Disneyland Disney Village®


















Bildnachweis: Michael Töller
