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Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen: Meine Eindrücke vom  Eröffnungstag mit Sehbehinderung und Rollstuhl

Werbung - Dieser Beitrag wurde unterstützt
Aktualisiert am: 30.Juli 2026
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Erfahrungsbericht von Jasmin · Besuchsdatum: 22.07.2026

Endlich ein Karls Erlebnis-Dorf, das für mich in einer knappen Stunde erreichbar ist. Als der Eröffnungstermin für den Standort in Oberhausen feststand, war für mich klar: Da will ich dabei sein. Ich habe eine Sehbehinderung und nutze einen Rollstuhl – unterwegs war ich mit meiner Mutter als Begleitung. Wie barrierefrei ein brandneuer Park am allerersten Tag wirklich ist – genau das wollte ich herausfinden.

Mir war vorher klar, dass ein Eröffnungstag voll wird und damit nicht die einfachste Ausgangslage für mich ist. Trotzdem wollte ich unbedingt dabei sein. Dieser Bericht ist deshalb bewusst eine Momentaufnahme vom ersten Tag – und kein vollständiger Test des Parks.

Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen: Eröffnungstag mit Sehbehinderung und Rollstuhl

über Jasmin

Über mich: Ich bin Jasmin, sitze im Rollstuhl und habe eine Sehbehinderung. Dies ist mein erster Bericht für Freizeitpark-Erlebnis. Nach diesem Besuch werde ich noch zwei bis drei weitere Berichte über Freizeitparks veröffentlichen – hoffentlich als feste freie Redakteurin im Team von Freizeitpark-Erlebnis.

Vorbereitung

Die Vorbereitung war in diesem Fall die größte Herausforderung: Zur Eröffnung gab es naturgemäß noch keine Erfahrungsberichte, keine Parkpläne zum Vorab-Anschauen und keine Hinweise anderer Besucherinnen und Besucher mit Behinderung. Ich bin also bewusst ohne Plan gestartet und habe alles auf mich zukommen lassen.

Tickets für Karls in Oberhausen

gibt es auf drei Wegen: über die Karls App, online im Ticketshop oder an der Tageskasse vor Ort. Dass es eine Tageskasse gibt, ist für mich ein echter Pluspunkt – wer die App nicht barrierefrei bedienen kann oder spontan kommt, ist nicht ausgeschlossen.

Die Preise zum Zeitpunkt meines Besuchs:

  • Tagesdatiertes Ticket: ab 11 €
  • Flex-Tagesticket (ein Tag nach Wahl): 18 €
  • Einzeltickets für einzelne Attraktionen sind ebenfalls erhältlich
  • Kinder unter 2 Jahren bzw. unter 90 cm: freier Eintritt, Mitfahrt in den Attraktionen inklusive

Tickets für Menschen mit Behinderung:

Wer alleine kommt, erhält eine Ermäßigung auf das tagesdatierte Ticket. Kommt man mit Begleitperson, erhält diese gegen Vorlage des Schwerbehindertenausweises ein kostenloses Tagesticket.

Karls Oberhausen ist bargeldlos – Bezahlen im Park

Bei Karls kann man nicht mit Bargeld bezahlen. Am Eingang lädt man Geld auf eine Karte und bezahlt damit an den Attraktionen, Shops und in der Gastronomie. Im Park stehen zusätzlich mehrere Automaten, an denen man Geld in Karls-Taler umtauschen kann. Diese kann man für einige Fahrgeschäfte nutzen, die nicht im Tagesticket inkl. sind. Für mich funktionierte das gut, weil meine Mutter unterstützen konnte – für blinde Gäste, die alleine unterwegs sind, wäre eine Info zur Bedienbarkeit der Automaten im Vorfeld hilfreich.

Anreise und Ankunft

Ich bin gegen 9 Uhr mit meiner Mutter mit dem Pkw losgefahren und kam etwa um 10 Uhr an. Das Karls Erlebnis-Dorf liegt direkt am Westfield Centro, das insgesamt zehn Parkhäuser hat. Acht davon sind kostenfrei, nur in den Parkhäusern 1 und 2 fallen Parkgebühren an. In diesen kann man 2 Stunden kostenfrei parken. Westfield Club Mitglieder parken sogar die ersten 4 Stunden gratis.

Ich habe mich für Parkhaus 3 entschieden, weil es den kürzesten Weg zum Erlebnis-Dorf hat. Barrierefreie Parkplätze waren reichlich vorhanden, ich habe trotz Eröffnungsandrang zügig einen gefunden. Das Aussteigen war problemlos.

Ein Kritikpunkt gleich zu Beginn: Die Rampe aus dem Parkhaus heraus ist sehr steil – das ist allerdings ein Problem des Centro Oberhausen, nicht von Karls. Als Rollstuhlfahrerin konnte ich die Rampe nicht selbstständig hinunterfahren und brauchte Hilfe. Wer alleine unterwegs ist, würde an dieser Stelle nicht selbstständig weiterkommen. Wir haben diese Problematik übrigens dem Centro Oberhausen per E-Mail mitgeteilt und um Lösungsalternativen gebeten.

Nach dieser ersten Hürde ging es dann schnell – keine fünf Minuten bis zum Karls-Eingang.

Erster Eindruck

Das Erste, was ich gesehen habe, ist die riesige Erdbeer-Rutsche – ein Blickfang, der auch mit eingeschränktem Sehvermögen wirkt, weil er so groß und farbstark ist. Vor dem Tor hatten sich bereits sehr viele Menschen versammelt.

Um 11 Uhr kamen Robert Dahl und der Oberbürgermeister von Oberhausen ans Tor und eröffneten den Park mit bunten Farbeffekten – Farben, die in die Luft gespritzt wurden. Das war sehr laut und unerwartet, und für mich als geräuschempfindliche Person auch ein bisschen schreckhaft. Aber: Das ist eine Eröffnung, und da muss man mit solchen Überraschungen einfach rechnen.

Information und Orientierung

An der Information habe ich mir eine grüne Zugangskarte geholt – allerdings erst, nachdem Michael von Freizeitpark-Erlebnis mich darauf hingewiesen hatte. Ich wusste anfangs überhaupt nicht, dass es so eine Karte gibt! Diese Karte ist wichtig: Bei vielen Attraktionen, wie z.B. der Raupenbahn, sind die regulären Eingänge für Rollstuhl fahrende nicht passierbar. Mit der grünen Karte darf ich stattdessen über den Ausgangsbereich einsteigen – eine sinnvolle Lösung.

Bei der Orientierung sieht es aktuell leider deutlich schwächer aus:

  • Die Karte in der Karls App enthält zwar alle wichtigen Informationen, ist aber sehr unübersichtlich. Für mein Auge war sie viel zu anstrengend – ich konnte darauf schlicht nichts erkennen.
  • Die Karte vor Ort hat dieselbe Schwäche.
  • Ein Braille-Parkplan fehlt vollständig. Auch ein taktiles Übersichtsmodell gibt es nicht.
  • Die Zugänge für die grüne Karte sind nicht beschriftet. Ich musste mehrfach Mitarbeitende fragen – und diese wussten selbst nicht, wo ich hinsollte. Das liegt aber an den noch zu montierenden Schildern, wie mir Michael sagte. Das sollte sich also in den kommenden Wochen erledigen.

Was ich mir wünschen würde: eine reduzierte, kontrastreiche Übersichtskarte, die nur die wesentlichen Informationen zeigt – barrierefreie Toiletten, Zugänge für die „grüne Karte“, Gastronomie, Erste Hilfe, Ruhezonen. Solche Karten sind mit überschaubarem Aufwand zu erstellen und helfen nicht nur Menschen mit Sehbehinderung, sondern auch Familien und Gästen mit kognitiven Einschränkungen.

Warum Orientierung für mich besonders schwierig ist

Ein Punkt, der von außen oft unterschätzt wird: Sehbehinderung und Rollstuhl zusammen machen Orientierung um ein Vielfaches anstrengender. Aus dem Rollstuhl heraus liegt mein Blickwinkel tiefer, Schilder und Wegweiser hängen häufig über meiner Sichtlinie. Gleichzeitig kann ich nicht einfach kurz näher herangehen, um etwas zu entziffern – ich muss mir den Weg dorthin erst bahnen. Jede Information, die ich nicht aus der Ferne erfassen kann, kostet mich also deutlich mehr Kraft als andere Gäste.

An einem vollen Eröffnungstag verschärft sich das noch: Die wenigen optischen Anhaltspunkte, an denen ich mich orientiere, sind verdeckt. Wege, die eigentlich breit genug sind, werden durch stehende Gruppen zu Engstellen. Personen tauchen für mich praktisch aus dem Nichts vor dem Rollstuhl auf. Das ist nicht böse gemeint – es ist einfach die Realität an solchen Tagen.

Eindrücke vom Tag

Fotos: Jasmin

Attraktionen und Gastronomie

Der Park bietet 33 Erlebnisse und Attraktionen. Ausprobiert habe ich an diesem Tag nur zwei davon – bei dem Andrang war es mir schlicht nicht möglich, den Park so zu erkunden, wie ich es mir vorgenommen hatte. Die folgenden Eindrücke sind deshalb Stichproben:

Erdbeer-Raupenbahn

Um mitzufahren, muss man rund zehn Stufen steigen können. Für Rollstuhlnutzende ohne Transfermöglichkeit ist die Attraktion damit nicht zugänglich. In den einzelnen Wagen ist es auch recht eng und der Einstieg ist hoch.

Erdbeer-Döner

Hier ist alles ebenerdig – bis auf den Einstieg in den Sitz, der sehr weit oben liegt. Mit Unterstützung machbar, alleine schwierig. Ich konnte mit dem Rollstuhl direkt bis zum Sitz fahren.

Gastronomie und Toiletten:

An 15 Standorten kann man sich etwas zu essen holen. Die Auswahl ist groß. Ich habe an diesem Tag selbst nichts gegessen und kann zur Barrierefreiheit der Theken, Tische und Speisekarten deshalb noch nicht viel sagen – das hole ich beim nächsten Besuch nach. Erwähnenswert: Nicht alle barrierefreien Toiletten waren am Eröffnungstag bereits offen. Das ist verständlich bei so einem großen Park, aber wichtig zu wissen.

Kreative Angebote

Ein großes Plus für ältere Kinder und Jugendliche: Karls bietet verschiedene kreative Workshops an – etwa das Bemalen von Objekten, die dann gebrannt werden und die man mitnehmen oder sich nach Hause schicken lassen kann. Das ist besonders schön, wenn Geschwister unterschiedliche Interessen haben – während die jüngeren auf dem Hüpfkissen im Außenbereich toben, können ältere Kinder sich kreativ austoben.

Manufaktur

Der große Verkaufsbereich lädt zum Stöbern ein. Hier gibt es viele Erdbeerprodukte, aber auch Kleidung, gut duftende Seife und diverse Manufakturen, wo man zusehen kann, wie Produkte erzeugt werden.

Was ich noch nicht getestet habe

Es gibt ein Rolli-Karussell – das habe ich am Eröffnungstag gar nicht mitbekommen. Das muss ich beim nächsten Besuch unbedingt nachholen und berichten, ob das barrierefrei zugänglich ist.

Wie alles anfing: ein Gespräch im Park

Mitten in diesem trubeligen Eröffnungstag hat Michael von Freizeitparkerlebnis mich und meine Mutter angesprochen. Wir sind ins Gespräch gekommen – über Barrierefreiheit bei Karls, über das, was mir an diesem Tag aufgefallen war, und darüber, wie unterschiedlich ein Parkbesuch je nach Behinderung aussieht.

Aus diesem Gespräch heraus hat Michael mich eingeladen, meine Eindrücke aufzuschreiben. Das Ergebnis ist dieser Bericht – mein erster für Freizeitparkerlebnis. Jetzt werde ich noch zwei bis drei weitere Parkberichte schreiben, bevor ich hoffentlich als feste freie Redakteurin ins Team komme. Das ist für mich ein großer Unterschied: Vorher habe ich solche Erfahrungsberichte von Menschen mit meinen Einschränkungen online kaum gefunden – jetzt kann ich sie verfassen und anderen mitgeben. Das trägt hoffentlich dazu bei, dass Betreiber verstehen, was wirklich wichtig ist für Barrierefreiheit.

Karls Oberhausen Eindruecke Jasmin 515
Foto: Jasmin

Mein Fazit

Mit der ganzen Familie lässt sich hier ein schöner Tag verbringen. Für jüngere Kinder gibt es viel zu sehen, zu naschen und zu toben. Für Familien mit älteren Kindern könnte es etwas langweiliger werden – die Spielplätze sind eher auf die Kleineren ausgerichtet.

Das Eröffnungserlebnis war intensiv, und deutlich sichtbar ist: Karls hätte für den Start vielleicht noch eine Woche mehr zur Vorbereitung nutzen können. Die Hälfte der Preisschilder und Wegweiser fehlte noch, und die Mitarbeitenden waren sichtlich im Eröffnungsmodus. Das ist völlig nachvollziehbar bei einem neuen Park dieser Größe – vieles wird sich schnell einspielen.

Für mich persönlich war der Tag anstrengend: Mit so vielen Menschen um mich herum konnte ich den Park nicht so selbstständig erkunden, wie ich es mir gewünscht hätte. Deshalb bleibt dieser Bericht auch ein Anfang – ein zweiter Besuch an einem ruhigeren Tag wird deutlich mehr Eindrücke bringen.

Mein Tipp für Gäste mit Behinderung: Plant euren Besuch bewusst außerhalb von Ferien, Feiertagen und den ersten Wochen nach einer Eröffnung. Der Unterschied ist gerade bei Seh- oder Mobilitätseinschränkungen enorm. (Der Eröffnungstag war eine Ausnahme – da wollte ich einfach dabei sein, egal wie voll es wird!)

Trotz allem: Es war ein großartiger Tag, und ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch beim Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen.

Was Karls in den kommenden Wochen noch optimieren könnte

  • Information über die grüne Zugangskarte verstärken – z.B. direkt am Eingang, in der App, ggf. als Aushang
  • Beschilderung der Ausgangs-Zugänge (für die grüne Karte) – inklusive Schulung der Mitarbeitenden
  • Reduzierte, kontrastreiche Übersichtskarte mit den wichtigsten Punkten (barrierearme Auswahl!)
  • Braille- und/oder taktiler Park-plan an der Information
  • Zugänglichkeitsangaben je Attraktion in der App: Stufen? Einstiegshöhe? Transfer nötig? (Hilft auch anderen Gästen!)
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Bild von Michael
Michael
Ich bin Michael und der Inhaber von Freizeitpark Erlebnis. Bereits als Kind habe ich mich in einem Freizeitpark immer sehr wohl gefühlt. Meine Eltern haben mir immer ermöglicht mindestens 2 - 3 mal im Jahr einen Freizeitpark zu erkunden. Gemeinsam mit meinem Sohn habe ich diese Leidenschaft fortführen können und nun habe ich das große Glück mein Hobby zum Beruf zu machen. Durch mein tolles Team wachsen wir immer weiter und so sind auch Erlebnisse aus allen Bereichen bei uns vertreten. Das Thema Barrierefreiheit wird immer wichtiger bei uns und so lernen wir immer dazu. Danke an mein super Team und meine Eltern, die meine Leidenschaft für Freizeitparks & Erlebnisse entfacht haben.
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Letzte Bearbeitung & Stand der genannten Preise 30.07.26

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