Erfahrungsbericht
Holiday Park – bald Plopsaland Deutschland | mit Rollstuhl ein Erlebnis?
13. Juni 2025 · von Michael
Vorbereitung / Information auf der Website
Auf der Website finden wir schnell eine gesonderte Seite mit allen Informationen zum Thema „Gäste mit Behinderung“. Die Tickets gibt es für 34,00 € (für alle ab 1 Meter Körpergröße). Mehr dazu im Bereich Eintrittskarten & Tickets.
Es gibt Informationen für Gäste mit „European Disability Card“ und weitere Informationen zum Parkplatz, Rollstuhlmiete oder Informationen für den Umgang mit Assistenzhunden während des Besuchs.
Über die Zugänglichkeiten findet man ebenfalls alle wichtigen Informationen. Gäste mit Behinderung erhalten am Service Point (rechts neben den Kassen) ein PRIO-Armband. Damit ist es möglich, bei einigen Attraktionen den Ausgang für den Einstieg zu nutzen. So spart man auch etwas Wartezeit.
Buchung der Eintrittskarten & Tickets für das Plopsaland Deutschland
Die Tickets konnten wir vorab nicht online kaufen. Auf der Website für „Gäste mit Behinderung“ steht auch: „Der Erwerb dieser Tickets ist ausschließlich am Service Point am Parkeingang möglich.“
Also haben wir die Tickets direkt vor Ort gekauft. Mit dem Merkzeichen „B“ im Schwerbehindertenausweis erhält eine weitere Person ein reduziertes Ticket. Blind und Rollstuhlfahrer haben hingegen ein Gratis-Ticket für eine Begleitperson inklusive.
Wir haben vor Ort 34,00 € plus 10,00 € für das Parkplatzticket bezahlt.
Anreise & Parken zum Plopsaland Deutschland
Die Anreisezeit aus dem Rheinland beträgt für uns 2:40 Stunden. Durch den Feiertag haben wir nicht viel Verkehr auf den Straßen. Wir sind um kurz vor elf am Parkplatz. Es stehen viele Behindertenparkplätze direkt am Haupteingang zur Verfügung. Die Parkgebühren sind generell 10,00 € (Stand Juni 25).
Der Weg vom Parkplatz zu den Klassen ist kurz. Durch eine kleine Brücke ist der Zugang jedoch auf eigene Faust etwas schwer für Tim. Diese ist recht steil und alleine schafft er es nicht, diese zu überqueren.
Es gibt viele Kassen auf der linken Seite. Auf der rechten Seite daneben findet man eine Informationstafel mit den Attraktionen und Zugänglichkeiten. Supergelöst finden wir die Größenbeschränkungen für Kinder. Diese können sich groß an verschiedenen Figuren orientieren. Bist du so groß wie die Biene Maja oder wie Tabaluga? Hier stehen auch die Hinweise für Rollstuhlfahrer. Was ist erlaubt und was verboten (aktuell)?
Wir stellen uns in der Mitte bei „Info & Service“ an. Nach einigen Minuten sind wir dran und werden leider etwas unfreundlich gefragt: „Einmal das Ausnahmeschreiben?“.
Wie bitte? Ratlosigkeit bei uns. Er meinte sicher die „Erklärung zur Kenntnisnahme“, die der Begleiter ausfüllen muss. Erst einmal werden wir stehen gelassen. Nach 2 Minuten geht es dann weiter. Wir sagen, dass es unser erster Besuch ist. Dann muss ich als Begleiter das Formular unterschreiben. Wir werden darauf hingewiesen, dass ich das Risiko übernehme im Falle einer Evakuierung. Der Mitarbeiter ist wieder mit anderen Dingen beschäftigt und redet generell mit mir und nicht direkt mit Tim.
Wir erhalten einen Abschnitt der Erklärung ausgehändigt und sollen diesen bei allen Attraktionen vorzeigen. Niemand wollte diesen Schein im Laufe des Tages sehen…
Unsere Eintrittskarten, das Parkplatzticket und die Bänder erhalten wir ebenfalls. Diese werden einfach um das Handgelenk gelegt und befestigt. Tim bekommt das weiße, ich als Begleiter das Grüne.
Vor der Info-Kasse hat sich eine lange Schlange gebildet. Es ist auch nur ein Mitarbeiter am Schalter für diesen Bereich. Er kommt raus und sagt, dass alle mit Jahreskarte an die Kasse müssen. Eine Frau, die schon eine halbe Stunde gewartet hat, ist nicht begeistert von dieser Aussage. Die Reaktion des Mitarbeiters: „Steht so im Internet“ und lässt die Frau mit ihren 3 Kindern stehen. Im Bereich Kommunikation mit Gästen besteht unserer Meinung nach Schulungsbedarf. Aber das war noch nicht unser Highlight, was den Umgang mit Gästen an diesem Tag angeht.







Bildnachweis: Michael Töller
Erster Eindruck von Plopsaland Deutschland
Mein letzter Besuch im Holidaypark liegt sicher 30 Jahre zurück. Irgendwie habe ich es dann jetzt wieder geschafft. Der Eingang erinnert mich sehr an Plopsaland de Panne. Der große Platz mit den Wasserfontänen in der Mitte, die Shops rundherum und die Gestaltung der Häuser… das ist auf jeden Fall schon sehr im Plopsa Design!
Die Sonne kommt sogar raus. Viele Familien haben ihren Bollerwagen dabei. Wir stellen uns erst einmal für ein Foto mit Maja und Tabaluga an. Diese stehen auf der Bühne, kommen aber sogar runter direkt zu Tim, um ein schönes Foto zu machen.
Ein Fotograf macht ebenfalls ein Foto. Dieses kann man später käuflich erwerben. Dazu erhält man einen Code.
Die Attraktionen im Plopsaland Deutschland
Wir haben nicht alle Attraktionen durchprobiert, aber einige Highlights rausgepickt. Der Bereich links vom großen Platz ist eher für Kinder gedacht. Hier befinden sich viele Fahrgeschäfte wie „Flip der Grashüpfer“. Da kommt Tim leider nicht eigenständig drauf. Weiter geht es zum Blumenturm; hier darf Tim nicht mitfahren als Erwachsener (nur als Begleitung bei Kindern möglich). Also auf zu Majas Blütensplash, wo wir erfolgreich sind. Tim darf eine Runde drehen. Durch den Ausgang geht es dann die Rampe hoch.
Die Fahrt war gut und auch der Zustieg war (bis auf die Rampe am Ausgang) gut möglich für Tim.
Anschließend geht es in die große Halle, wo sich viele weitere Attraktionen und ein Theater befinden.












Bildnachweis: Michael Töller
Tabalugas Achterbahn
In der großen Halle findet man „Tabalugas Achterbahn.“ Eine unerwartete flotte Fahrt für die ganze Familie.
Der Weg zur Achterbahn gestaltet sich als schwierig. Wir stehen am Ausgang und der Mitarbeiter am Bahnhof oberhalb sieht uns nicht. Erst nach einigen Minuten und Zurufen schaut er runter und bittet uns, bis zum Tor zu gehen. Der Weg ist sehr steil und für Tim allein nicht machbar. Nun stehen wir auf der Rampe vor dem Tor und müssen warten. Nach ca. 5 Minuten dürfen wir dann auf dem Bahnhof in einer Ecke auf einer geraden Plattform warten.
Der Einstieg ist recht gut machbar. Es ist ausreichend Platz vorhanden, und die Fahrt selbst ist wirklich unerwartet gut. Ganz schön schnell der Tabaluga. Man fährt immer 2 Runden.
Das Theater im Plopsaland Deutschland
Das schöne Theater haben wir nicht besucht, weil ein barrierefreier
Zugang aufgrund der Treppen nicht möglich ist. Man kann aber am „Zaun“ des Theaters sitzen. Wenn es jedoch voll ist und auch die letzte Reihe belegt ist, hat man keine Sicht auf die weiter unten liegende Bühne.
Heidi’s Spielplatz
Dieser ist vom Untergrund auch von Rollstuhlfahrern nutzbar, jedoch gibt es keine entsprechenden barrierefreien Spielgeräte. Man kann hier aber als Rollstuhlfahrer bei seinem Kind sein und so teilhaben.
Bauernhof Karussell, Bällchenbad und Co
Diese Attraktionen sind für Kleinkinder. Auch wenn Tim Lust hätte auf ein Bällebad, haben wir dieses ausgelassen. Das Bauernhof Karussell gefällt uns aber sehr gut.
DinoSplash – Rafting-Abenteuer
Das sieht nach viel Spaß aus, doch das Wetter ist nicht optimal und so lassen wir die Wasserbahn aus. Bei der Zugänglichkeit steht auf der Website:
„Du musst in der Lage sein, selbstständig oder mit Hilfe deiner Begleitperson schnell in das Fahrzeug ein- und auszusteigen bzw. auf das Fahrzeug auf- und abzuspringen.“
Dies verunsichert zusätzlich, denn „schnell“ geht es bei Tim oft nicht beim Ein- / oder Aussteigen.
Schlümpfe Abenteuer – Schlumpfhausen in Hassloch?
In die ehemalige Burg Falkenstein sind die Schlümpfe eingezogen! Die
Neuheit im Sommer 2025 hatte leider noch zu als wir dort waren. Gerne hätten wir Papa Schlumpf, Schlumpfine und ihren Freunden bei der Flucht von Gargamel geholfen.
Einen Einblick in die Attraktion wäre schön gewesen, aber da müssen wir wohl erneut vorbeikommen.
Expedition GeForce – Achterbahn Highlight
Die Achterbahn saust mit bis zu 120 km/h auf einer Strecke von 1,2km am Rand zum Freizeitpark vorbei. Von viel Grün umgeben, macht die Achterbahn beim Anblick Lust sie zu erkunden.
Über den Ausgang (so steht es auf der Website) gehen wir dann bis zu den Treppen. Hier nutzen wir den Eingang für den „Express Pass“. Ich frage zur Sicherheit erst, bevor sich Tim zu Fuß auf die Reise nach oben macht.
„Wenn er es hier hoch schafft, darf er fahren“. Und so geht es dann schnell. Kaum ist er oben, sollen wir auch direkt einsteigen.
Die Mitarbeiter stehen für Unterstützung zur Seite. Generell sind hier alle Mitarbeiter das erste Mal an diesem Tag zuvorkommend und gut drauf. Das Team wirkt eingespielt und entspannt. Leider ist in Sachen Kommunikation einiges aufzuarbeiten, denn der Umgang mit den Gästen war leider nicht sonderlich höflich.
Als wir fertig waren ich aussteigen wollte, sagte der Operator, dass wir sitzen bleiben dürfen. „Im Holidaypark dürfen Rollstuhlfahrer immer 2 Mal fahren“. Das war mir neu und wir haben es dann auch genutzt. Da Tim die vielen Treppen nur mit viel Anstrengung schafft und auch der Einstieg viel Kraft erfordert, ist diese Maßnahme auf jeden Fall sehr positiv zu werten.
Gastronomie im Holidaypark / Plopsaland.
Wir haben dann noch eine Kleinigkeit gegessen und uns beim Rausgehen noch ein Eis gegönnt. Beides war in Ordnung und das kleine Softeis war für uns völlig ausreichend. Dies gab es auch im Becher.
Fazit zum Besuch im Plopsaland
An einem Tag kann man hier viel erleben und schafft auch die meisten Dinge. Uns ist aufgefallen, dass außergewöhnlich viele Bollerwagen herumstehen. Andere Freizeitparks verbieten die Bollerwagen. Wenn man das hier sieht, kann man es teilweise nachvollziehen, denn manchmal kommen wir durch unachtsam stehen gelassene Bollerwagen nicht durch.
Generell liegt der Park sehr schön zwischen Feldern und Bäumen. Das viele Grün ist schön anzusehen. Es gibt viele Bänke, Spielplätze und einen gigantischen Wasserspielplatz. Dieser ist ein echtes Highlight und für viele Kinder mit Sicherheit ein Magnet.
Die Jahreskarte ist erschwinglich. Viele Besucher kommen auch mal für einen Nachmittag vorbei, wenn das Wetter passt. Generell ein schöner Freizeitpark mit Potential für Familien.
Fazit zur Barrierefreiheit
Generell ist ein Besuch mit Rollstuhl möglich. Einige Fahrgeschäfte und Shows können je nach persönlicher Situation besucht werden. Gerade für Kinder im Rollstuhl wird einiges geboten.
Beschilderung & Orientierung
Die Beschilderung im Freizeitpark ist unserer Ansicht nach nicht gut gelöst. Es ist nicht immer sofort klar, wo die Eingänge für Rollstuhlfahrer sind. Muss man unten warten oder darf man einfach die Rampe hoch… hier besteht unserer Sicht aus noch Optimierungspotential.
Zugänglichkeit der Attraktionen & Shows
Der Weg vom Parkplatz zum Eingang wurde durch die Brücken erschwert. Ohne Hilfe kommt Tim hier nicht zum Eingang des Parks.
Bei vielen Fahrgeschäften gibt es auch an den Ausgängen zu steile Rampen, die Tim nicht allein hochkommt. So z.B. bei „Majas Blütensplash“, der Familienachterbahn Tabaluga. Wenn man Treppen steigen kann, ist es möglich auch Achterbahnen wie die Expedition GeForce zu fahren.
Spielplätze wie „Majas Spielplatz“ sind mit einem grünen Rollstuhl gekennzeichnet und somit sollten diese barrierefrei zugänglich sein. Leider ist dies nicht möglich, weil es sich um einen Sandspielplatz handelt.
Teilweise sind die Hinweise zur Zugänglichkeit auf der Website auch doppelt oder unklar.
Behinderten WC / Toiletten für „Gäste mit Behinderung“.
Überall auf dem Gelände findet man auch Toiletten für Menschen mit Behinderung. Diese sind zweckmäßig und waren sauber. So wünschen wir uns das in allen Freizeitparks.
