Erfahrungsbericht
Erlebnisbericht: Disney on Ice in der Rudolf Weber Arena (Oberhausen) – mit Rollstuhl barrierefrei erleben?
28. Februar 2026 · von Michael
Vorbereitung | Tickets & Anreise
Buchung der Tickets
Die Buchung der Tickets erfolgt über Eventim. Wir haben es am Freitag (Tag der Veranstaltung) einmal ausprobiert und dann gab es nur noch Tickets beim Veranstalter. Wir haben uns dann an Handwerker Promotion gewandt. Tickets wären an der Abendkasse noch verfügbar.
Wir waren eingeladen und haben unsere Tickets an der Abendkasse abgeholt. Dies war sehr einfach möglich. Es gibt einen separaten Eingang für Rollstuhlfahrer.
Die Anreise
Mit dem Auto kann man gut anreisen und auch parken. Die Rudolf-Weber-Arena liegt direkt am Westfield Centro und es gibt tausende kostenfreie Parkplätze. Auch mit der Bahn kommt man gut hin, denn die Haltestelle „Neue Mitte“ liegt genau zwischen Shoppingcenter und Arena.
Der Weg zur Arena selbst ist dann allerdings etwas anstrengend, denn der Weg nach oben ist recht steil.
Die Show: Visuell stark und besser als erwartet
Die Aufführung hat die Erwartungen deutlich übertroffen. Statt einer simplen Eisrevue gab es eine durchdachte Inszenierung mit großartiger Songauswahl, schönen Kostümen und einem cleveren, wandelbaren Bühnenbild.
Ablauf & Moderation:
Die einzelnen Blöcke umfassen jeweils zwei bis drei Songs und erzählen die Geschichten im Schnellformat. Zwischen den Segmenten führt das Moderatorenteam – Mickey, Minnie, Goofy, Donald und Stitch – durch das Programm und verknüpft die Auftritte stimmig miteinander.
Erste Halbzeit:
Nach der Begrüßung folgten Arielle, Vaiana und Rapunzel. Nach rund 45 Minuten gab es eine 20-minütige Pause.
Zweite Halbzeit:
Hier traten „Die Schöne und das Biest“, Encanto“ (sehr schön umgesetzt mit Stelzenläufern und neuen Elementen) und „Die Eiskönigin“ auf.
Highlight „Die Eiskönigin“
Hier wurde richtig aufgefahren. Christoph nutzte die komplette Eisfläche, es hat „geschneit“, und bei „Let it Go“ gab es im Publikum kein Halten mehr – inklusive kleiner Pyroeffekte. Auch Olafs Auftritt sorgte für riesigen Jubel.



















Bildnachweis: Michael Töller
Barrierefreiheit & Organisation: Definitiv Luft nach oben
Hier muss ganz klar Kritik geübt werden. Das Erlebnis abseits der Eisfläche war für Rollstuhlfahrer teilweise extrem frustrierend und organisatorisch schlecht gelöst.
Rollstuhlplätze (Blöcke 105 M & 109 M)
Die Platzvergabe war chaotisch. Durch die Begleitpersonen entstanden plötzlich drei statt der üblichen zwei Reihen. Dass sich teilweise Menschen ohne Gehbehinderung in diesem Bereich aufhielten, machte den ohnehin knappen Platz nur noch enger. Ein Ausweichen in Block 109 M half nur kurz, bis eine weitere Gruppe von sechs Rollstuhlfahrern dazukam und sich in die zweite Reihe quetschen musste. Es wurde verdammt eng und stickig. Hier wäre weitere Rollstuhlkplätze auf jeden Fall notwendig. Die Mitarbeiter haben versucht das Chaos zu lösen.
Sanitäre Anlagen – Behindertentoiletten
Die Behindertentoiletten sind nicht optimal ausgestattet und undurchdacht. Die Anordnung von Mülleimern und Handtuchhaltern ist unpraktisch; Letztere sind zudem teilweise viel zu hoch angebracht. Auch hier gibt es Optimierungsbedarf. Positiv: es gibt sowohl bei den regulären Toiletten auch Behinderten Toiletten, als auch separat rund um die Arena verteilt.
An- und Abreise (Parkhaus P8)
Im P8 sind sehr viele Behindertenparkplätze vorhanden. Der Weg vom P8 zur Arena ist wegen der moderateren Steigung zwar vorteilhafter als vom Centro aus, aber ohne Hilfe dennoch schwer zu bewältigen.
Das Parkhaus gehört nicht zur Arena und so gab es auch niemanden, der dort den Verkehr geregelt hat. Die Abreise war deshalb ein absolutes Desaster: über 40 Minuten völliger Stillstand auf der ersten Etage des P8. Insgesamt dauerte es gut eine Stunde, bis man überhaupt aus dem Parkhaus herauskam.


















Bildnachweis: Michael Töller
Merchandising
Das Angebot fiel eher negativ auf: Die Artikel waren größtenteils völlig überteuert und bestanden zu viel aus Plastik. Positiv anzumerken sind lediglich einige schöne T-Shirts und die leuchtenden Elemente.
Fazit Disney on Ice in Oberhausen mit Rollstuhl erleben
Die Show selbst ist beeindruckend und absolut einen Besuch wert. Die organisatorischen Mängel der Rudolf Weber Arena – insbesondere die schlechte Umsetzung der Barrierefreiheit, die unpraktischen Sanitäranlagen und die katastrophale Parkhaus-Abreise – trüben das Gesamterlebnis jedoch erheblich.
Alle Infos zum Veranstalter Handwerker Promotion gibt es auf deren Website.
