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Barrierefreiheit:
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Erfahrungsbericht

Cinemaxx Stuttgart Liederhalle – barrierefreies Erlebnis für Rollstuhl und Blinde?

12. Februar 2026 · von Michael

Vorbereitung und Buchung der Kinotickets

Die Kinotickets kann man online buchen. So dachten wir … Man kann den Saalplan sehen und die Rollstuhlplätze sind klar gekennzeichnet. Links oder rechts gibt es dann für die Begleiter entsprechende Plätze.

Man wählt einen Begleitplatz und dann kommt die Frage, ob man einen Rollstuhlplatz dazubuchen will. Wenn man akzeptiert, kommt leider die Meldung, dass man sich im Service-Center melden soll.

Wir haben die Tickets dann direkt vor Ort gekauft. Wenn es nicht so voll ist, werden im Erdgeschoss keine Tickets verkauft und man muss die Kasse in der ersten Etage nutzen. Natürlich gibt es hier einen Lift.

Es gibt verschiedene Kategorien und die Begleitung ist mit einem Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „B“ kostenfrei. Also gönnen wir uns was und buchen die Ultra-Lux-Sitze, also die höchste Kategorie. Leider war dies aber nicht möglich, denn in dieser Kategorie ist die Begleitung nicht kostenfrei. Auf allen anderen Plätzen ist dies aber möglich.

Snacks kann man ebenfalls direkt an der Kasse in der ersten Etage bestellen.

Bildnachweis: Michael Töller

Leitfaden für eine perfekte Planung

Es gibt einen speziellen Leitfaden als PDF zum Download auf der Website unter dem Punkt „Barrierefreiheit“. Hier findet man alles zum Thema Anreise, Parken, Infos über das Kino wie den Eingangsbereich, Bodenbeläge, Fahrstühle, Kassen- & Snackthekenhöhe, barrierefreie WCs mit sehr ausführlichen Daten und Maßen. Für jeden Saal gibt es die Entfernung zur Leinwand vom Rollstuhlplatz aus sowie Informationen über die Treppenstufen.

Orientierung, Aufzüge und Toiletten im Cinemaxx Stuttgart

Die barrierefreie Toilette im Obergeschoss war sauber und die Beschilderung gut. Die Notrufleine hing zu hoch, aber ansonsten war alles okay. Auch die Aufzüge im Kino sind gut beschildert und beleuchtet.

Die Preise für die Snacks kann man an den Kassentresen sehen.

Der Kinosaal 6 im Cinemaxx Stuttgart Liederhalle

Der Kinosaal ist großzügig gestaltet. Es gibt mittig auf der untersten Ebene 2 Rollstuhlplätze mit je einem Sitzplatz für eine Begleitung, Der Abstand zur Leinwand beträgt laut Leitfaden 3,75 Meter.

Wir haben Plätze in der letzten Reihe gewählt. Es sind einige Treppen zu meistern und der Rollstuhl kann unten stehen bleiben, ohne dass er stört. Es gibt ein Treppengeländer, an dem Tim sich gut festhalten kann. Mit etwas Hilfe kommt er zumindest bis in die vorletzte Reihe. Dann hört der Handlauf auf, denn links gibt es weitere Sitzreihen.

Aber auch dieses Hindernis nehmen wir als Team. Die Sitze sind sehr gemütlich und haben alle einen zur Seite klappbaren Tisch. Das ist sehr praktisch und zusätzlich kann man eine gemütlichere Position einnehmen und das untere Teil elektrisch verstellen und hochfahren.

Die Beleuchtung, der Ton und die Atmosphäre sind sehr angenehm.

Eindrücke aus dem Cinemaxx Stuttgart

Bildnachweis: Michael Töller

Fazit zur Barrierefreiheit im Cinemaxx Stuttgart Liederhalle

Generell ist das Kino barrierefrei erreichbar. Auch der Ticketkauf war nicht ganz so wie gedacht. Nicht alle Kategorien sind buchbar. Das steht leider nicht im Leitfaden. Hier wird nur darauf hingewiesen, dass die Person mit dem Schwerbehindertenausweis und dem Merkzeichen „B“ ein reguläres Ticket kaufen muss. Die Dame an der Kasse wusste es nicht, hat sich dann aber gekümmert und wir haben einen anderen Platz gebucht.

Der Leitfaden ist hervorragend ausgearbeitet. Das ist mehr als Standard und ein Zeichen, dass sich hier jemand Gedanken gemacht hat.

Fazit von einem Blinden im Cinemaxx Stuttgart

Gerade als wir das Kino verlassen wollten, haben wir jemanden vorgelassen. Ich habe dann gesagt: „Geh ruhig vor, wir brauchen länger“. Er packt dann seinen Blindenstock (Langstock) aus und sagt: „Ich auch“.

Vor dem Kinosaal habe ich ihn angesprochen und ihn nach seinem Erlebnis gefragt. Er hat erzählt, dass er ein wenig Restsehvermögen hat. Die App Greta würde einen guten Job machen. Natürlich bekommt man nur begrenzte Informationen, was gerade zu sehen ist, aber es hat für ihn gut funktioniert.

Generell fehlen ihm Leitlinien im Kino und im Aufzug eine Ansage der Etage.