Mit Handicap in den Freizeitpark Efteling

Letzten Wochenende durfte Freizeitpark Erlebnis eine ganz neue Erfahrung machen und dafür sind wir sehr dankbar, denn diese Erfahrung prägt.

Gleich am Eingang stellt sich uns die Frage, wo parken, wir, wo müssen wir uns anmelden und wie wird der Tag so verlaufen? Meine Begleitung kann nicht lange stehen und hat deshalb auch gerade in Wartebereichen Probleme. Laufen geht ganz gut, aber stehen nur wenige Minuten.

Parken geht ganz normal, denn wir sind früh dran und stehen in der 3. Reihe auf dem Parkplatz. Behindertenparkplätze findet man in der ersten Reihe. Wenn man den Einweisern Bescheid gibt, kann man dort parken. In nur 4 Gehminuten erreichen wir den Eingangsbereich und wollen zur Information links neben den Kassen (Gastenservice). Doch da sehen wir schon ein Schild, was uns den richtigen Weg deutet. Hier steht ein Mitarbeiter und klärt die Anliegen. Sehr sympathisch, denn so wird Nähe aufgebaut und man spricht nicht durch eine Scheibe wie sonst so oft. Man muss vor Ort die „Faciliteitenkaart“ (Erklärung Besucher mit Behinderung) ausfüllen. Diese hatte meine Begleiterin hier runtergeladen und bis auf ein Kreutz bereits zu Hause ausgefüllt und so haben wir nach kurzer Wartezeit eine Sondererlaubnis zum Nutzen der speziellen Eingänge für diesen einen Tag.

Es sind auch einige Rollstuhlfahrer hier (Rollstühle kann man übrigens kostenlos ausleihen, besser vorher unter +31 (0)416 537 777 reservieren), die noch auf ihre „Genehmigung“ warten. Alle kommen sofort ins Gespräch und freuen sich auf einen tollen Tag im Efteling, auch wenn das Wetter eher grau in grau ist, aber am Nachmittag ist Sonne angesagt. Uns wird empfohlen sofort zur neuen Attraktion Symbolica zu gehen. Hier bekommt man nach Anmeldung ein Zeitfenster zugeteilt, wann man erneut kommen und dann ohne große Wartezeit fahren darf.

Nachdem auch ich meine Karte geholt habe, starten wir in einen tollen Tag und gehen wie empfohlen direkt zur neusten Attraktion „Symbolica“. Was uns hier erwartet? Wir sind gespannt.

Eine riesen Schlange steht bereits vor dem Eingang denn die Attraktion öffnet erst in 25 Minuten. Meine Begleitung gibt zu: „Puh, so lange stehen? Das schaffe ich nicht“. Links am Ausgang der Attraktion steht erneut ein Mitarbeiter. Auch hier ist man extrem zuvorkommend und freundlich. Wir erhalten unseren Termin und sollen um 10:50 am Ausgang der Attraktion sein, wo sich auch der Eingang für Menschen mit Handicap befindet.

Doch vorher wollen wir unbedingt eine Runde „Baron 1898“ fahren und testen auch hier den gesonderten Eingang. Einmal hinten um die Ecke und schon stehen wir hinter dem Bahnhof. Hier ist auch ein kleiner Aufzug für Rollstuhlfahrer und eine Treppe. Sitzbänke und ein großer Sonnenschirm sind vorhanden und in der ruhigen Ecke warten wir dann einige Minuten. Jetzt werden wir abgeholt und zum Bahnhof begleitet. Die Taschen dürfen wir hier ablegen. Menschen mit Handicap müssen immer direkt am Rand sitzen / Ausstieg. Außerdem muss man fast immer hinten sitzen bei den meisten Fahrgeschäften oder an den markierten Plätzen wie bei Python in der Mitte. Es darf hier immer nur eine Person mit Behinderung und entsprechender Begleitung mitfahren.

Auch beim Einsteigen achten die Mitarbeiter darauf, dass man klarkommt ohne dabei aufdringlich zu wirken. Nach der Fahrt steigen wir aus und werden sofort durch den speziellen Eingang auch raus gelassen. Auch die Treppe werden wir noch runter begleitet und die nächsten mit Handicap sind dran.

Wir haben noch etwas Zeit, also schnell zu „De Vliegende Hollander“. Hier haben wir nur 5 Minuten Wartezeit und nutzen natürlich den normalen Eingang. Bei „Python“ schauen wir uns aber wieder den speziellen Eingang an. Hier müssen wir durch den Ausgang rein und uns durchkämpfen, vorbei an den Leuten die gerade ausgestiegen sind. Am Bahnhof werden wir dann gebeten kurz zu warten und in der Mitte des Zugs gibt es dann einen speziellen Bereich.

Jetzt wird es aber Zeit für „Symbolica“! Also nix wie hin und wir sind gerade noch pünktlich. Hier muss man am Ausgang der Attraktion erst einmal klingeln. Ein Licht zeigt an, dass jemand kommt und uns rein lassen wird, sobald Zeit ist. Nach 2 Minuten kommt ein freundlicher Mitarbeiter und lässt uns rein. Unseren Zetel mit der Uhrzeit müssen wir aber natürlich vorzeigen und auch die „Sondergenehmigung“. Wir kommen in einen speziellen Wartebereich. Hier gibt es Bänke und ein wenig von der Thematisierung bekommt man mit. Das ist ein großer Nachteil, wenn man nicht die normalen Eingänge nutzen kann. Die Pre Shows und Geschichten, die oft liebevolle und sehr detailreiche Dekorationen und Eindrücke verpasst man leider. Gerade bei einer Attraktion wie Symbolica sehr schade! Leider können Menschen mit Handicap auch nur die Musiktour fahren, denn eigentlich kann man aus 3 Touren wählen. Aber die anderen beiden Touren sind nicht so viel anders wie es scheint.

Wir sitzen im Wartebereich

Es gibt eine Gondel, die extra für Menschen mit Handicap genutzt wird. Sie kommt angeschwebt und man steigt in Ruhe und separat von anderen Gästen ein, was sicherlich vielen den Stress und Anspannung nimmt. Eine tolle Idee!

Nach rund 25 Minuten Wartezeit (sitzen ist ja kein Problem) geht es dann für uns los. Die Fahrt ist viel zu schnell vorbei und wir würden gerne noch einmal, aber dann müssen wir uns ein weiteres Zeitticket holen und diese gibt es nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit und je nach Verfügbarkeit, also lassen wir den Anderen den Vortritt. Mehr Eindrücke von der Attraktion gibt es hier (link folgt).

Nach diesen ganzen Eindrücken brauche ich jetzt erst einmal einen Kaffee und etwas zu Essen. Da gibt es ja im Freizeitpark Efteling genügend Möglichkeiten.

Nun geht es ab zu „Vogel Rok“. Hier ist der Eingang für Menschen mit Handicap wirklich nicht optimal gelöst, denn man muss erst den ganz normalen Eingang nehmen bis zur Treppe und dann rechts erneut klingeln. Hier gibt es aber keine Sitzmöglichkeiten und wenn bereits jemand vor ist, muss man teilweise bis zu 15 Minuten warten, was dann schwer ist wenn man eben nicht gut stehen kann. Hier ist zwar nur begrenzt Platz, aber wir haben da einige Ideen und die auch dem Freizeitpark Efteling mitgeteilt. Über deren Antwort informieren wir Euch natürlich!

Manchmal sind die speziellen Eingänge schwer zu finden. Meine Begleitung kannte sie meistens, aber ich hätte diese nicht immer sofort gefunden.

Die Anzahl der Begleiter steht auf dem Schein und oft auf den Tafeln der Fahrgeschäfte. Meistens darf man sogar mehr als nur einen Begleiter mitnehmen. So kann auch das 2. Kind oder der Partner mirfahren, was sehr familienfreundlich ist.

Fazit:

Es sind einige Menschen mit Handicap gewesen und diese wären mir sonst sicher nie aufgefallen. Wir hatten einen tollen Tag und haben viel Erlebt. Besonders angetan haben mir es aber die Mitarbeiter, denn alle haben sich stets bemüht, waren freundlich und aufmerksam. Ein großes Lob, das hätte ich so nie erwartet.

Die Wartebereiche sind teilweise hinter den Kulissen und könnten teilweise wirklich etwas schöner gestaltet werden. Auch die Beschriftung wo man diese findet ist manchmal etwas dürftig, manchmal jedoch sehr gut. Die Idee zu klingeln, damit einer kommt und öffnet, ist super.

Was mir noch aufgefallen ist:

Vor allem die Kinder mit Handicap sind mir aufgefallen. Die Freude die sie versprühen trotz ihrer Behinderung, die funkelnden Augen und die Spannung in ihren Gesichtern war wunderschön anzusehen. Ich werde auf jeden Fall in Zukunft noch mehr darauf achten, wie Menschen mit Handicap behandelt werden und welche Erfahrungen sie machen und sie hier natürlich teilen.

Es war ein toller Tag und ich bedanke mich bei meiner Begleitung für diese ganz besonderen und persönlichen Eindrücke. Danke auch an Efteling, denn die Mitarbeiter haben diesen Tag noch schöner gemacht.

Tipp: Wer nicht so gut laufen kann und keinen Rollstuhl benötigt, kann auch für 20,00€ / Tag einen Scooter mieten. Der wird vom Vermieter direkt zum Efteling gebracht. Mehr Infos dazu gibt es bei Scootpallet.nl.